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Giganten des Waldes: Waipoua Forest

Der 51 meter hohe Tane Mahuta ragt aus dem Wald. Davor ist eine Person zu sehen.

Giganten des Waldes: Waipoua Forest

Im Nordwesten Neuseelands liegt einer der ältesten Wälder der Erde: Waipoua Forest mit seinen gigantischen Kauri-Bäumen. Den berühmtesten unter ihnen nennen die Māori Tāne Mahuta, "Gott des Waldes". Doch die Kauri-Bäume sind in Gefahr.

Tāne Mahuta wird auf bis zu 2.500 Jahre geschätzt. Der Baum war auch schon groß und mächtig, als Captain James Cook 1769 die Nordinsel entdeckte. Cook ließ damals Teile seines Schiffes mit dem haltbaren und gerade gewachsenen Holz der Kauri-Bäume ausbessern. Später folgten immer mehr Bootsbauer seinem Beispiel. Die Stämme eigneten sich wie keine anderen als Masten für Segelschiffe, wurden aber wegen ihrer feinen Maserung auch gern für die Herstellung von Möbeln verwendet.

Doch nicht nur den Holzfällern fielen die Bäume zum Opfer – die sogenannten Gum Digger waren hinter dem Harz der Nadelbäume her. Heute sind diese wunderschönen Bäume bedroht, und zwar durch ein Bakterium, das sich wie ein Pilz verbreitet. Bis heute gibt es kein Gegenmittel für diesen Krankheitserreger, über den kaum etwas bekannt ist und der als "kauri dieback" bezeichnet wird. Die Krankheit macht aus den gewaltigen Bäumen kahle, verhungerte Gerippe.

Autoren: Saskia Guntermann und Michael Marek
Redaktion: Gundi Große

Giganten des Waldes: Waipoua Forest

Neuseeland ist für Hobbit-Filme, Rugby, grandiose Naturlandschaften und freundliche Menschen bekannt. Wer die Māori verstehen will, sollte den Waipoua Forest mit seinen gewaltigen Kauri-Bäumen besuchen, einen der ältesten Wälder der Welt.

Der 51 Meter hohe Tane Mahuta ragt aus dem Waipoua Forest

Tāne Mahuta, der "Gott des Waldes", ragt kerzengerade 51 Meter hoch in den Himmel und ist zwei- bis dreitausend Jahre alt. Wie alle Kauri-Bäume hat er im Laufe der Jahrhunderte die unteren Zweige abgeworfen. Sein Stamm ist absolut astfrei – ausgenommen die Baumkrone.

Tāne Mahuta, der "Gott des Waldes", ragt kerzengerade 51 Meter hoch in den Himmel und ist zwei- bis dreitausend Jahre alt. Wie alle Kauri-Bäume hat er im Laufe der Jahrhunderte die unteren Zweige abgeworfen. Sein Stamm ist absolut astfrei – ausgenommen die Baumkrone.

Für die Māori stellen die Kauri-Bäume eine Verbindung zur spirituellen Welt ihrer Vorfahren her. Wenn ein Baum fällt, stirbt ein Mensch, heißt es nach ihrer Überlieferung.

Kauri-Bäume wachsen extrem langsam. So dauert es zwei Jahre, bis sich ein blaugrüner, fünf bis sieben Zentimeter reifer Zapfen bildet. Wird dieser bestäubt, so benötigt der Samen nochmals 20 Monate bis zur Reife. Danach werden die Samen über den Wind verbreitet.

Ein winziger Pilz macht den riesigen Kauri-Bäumen seit 2008 den Garaus. Die Krankheit wird als "kauri dieback disease" bezeichnet und führt dazu, dass aus den gewaltigen Bäumen kahle, verhungerte Gerippe werden. Ein Heilmittel ist bis heute nicht gefunden worden.

Es sind mikroskopisch kleine Sporen, von denen die Kauri-Wurzeln infiziert werden. An sie heftet sich der gefürchtete Pilz und treibt seine Zellen dann in die Wurzeln hinein – mit dem Ergebnis, dass der Baum immer schlechter mit Wasser und Nahrung versorgt wird. Sobald die Wurzeln verfault sind, bricht die Versorgung zusammen.

Im Norden von Neuseeland putzt man die Schuhe vor dem Wandern im Wald. Die Forstbehörde hat zum Schutz der Kauri-Bäume auch im Waipoua Forest Reinigungsstationen mit Bürsten und Desinfektionsmittel aufgestellt, die jeder benutzen muss, der in den Wald will. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die gefährlichen Sporen durch Wanderschuhe übertragen werden.

Schätzungen der Forstbehörden gehen davon aus, dass nur jeder zweite Waldbesucher die Reinigungsstationen tatsächlich benutzt. Wohl auch deshalb hat sich der Zustand der Kauri-Bäume dramatisch verschlechtert. Erste Parks sind für Besucher geschlossen und zum Sperrgebiet erklärt worden.

Im Kauri-Museum von Matakohe: 93 Prozent der mythischen Vorfahren Neuseelands fielen der Holzindustrie zum Opfer. Erst 1972 wurde dem Kaurifällen ein Ende bereitet. Waipoua Forest ist eine offene Wunde in der Geschichte der Māori und erinnert an die Folgen des britischen Kolonialismus.

Am 6. Februar 1840 wurde zwischen der englischen Krone und den Maori der Vertrag von Waitangi unterzeichnet. Damit wurden die Ureinwohner und ihr Land zwar unter die Souveränität von Königin Victoria gestellt, ihnen gleichzeitig aber das Recht auf ihre Ländereien und Ressourcen zugestanden.

Durch Tricks und fragwürdige Geschäfte gingen Land und Bodenschätze – darunter auch die Kauri-Wälder – in den Besitz der britischen Krone und später an Siedler und Unternehmer über. Der kleine Ort mit dem lehrreichen Museum an der Bay of Islands gilt als die Wiege des modernen Neuseeland.

Giganten des Waldes: Waipoua Forest

WDR 5 Mit Neugier unterwegs - Das Reisemagazin 03.08.2019 19:35 Min. Verfügbar bis 02.08.2020 WDR 5 Von Saskia Guntermann und Michael Marek

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Stand: 03.08.2019, 10:04