Barocke Kulturhauptstadt Valletta

Barocke Kulturhauptstadt Valletta

Von Nina Meuters

Valletta, die Hauptstadt der Inselrepublik Malta ist Kulturhauptstadt 2018. Sie ist ein barockes Wunderland und das reinste Freilichtmuseum. Im 16. Jahrhundert wurde sie innerhalb von nur 15 Jahren erbaut.

Stadtpanorama von Valletta

Valletta liegt auf einer felsigen Landzunge im Osten Maltas. Vom Meer aus betrachtet, leuchtet die Stadt mit ihrem Ring aus Bastionen, Wehrtürmen und Festungen in einem warmen Goldgelb.

Valletta liegt auf einer felsigen Landzunge im Osten Maltas. Vom Meer aus betrachtet, leuchtet die Stadt mit ihrem Ring aus Bastionen, Wehrtürmen und Festungen in einem warmen Goldgelb.

Die schmuckvolle Stadt, mit ihren barocken Palästen, Bastionen, Festungen und Türmen ist überwiegend aus Kalksandstein gebaut. Aufgrund ihrer prachtvollen Bauten erhielt die Stadt den Ruf, die prunkvollste aller europäischen Städte zu sein. 1980 wurde sie ins Unesco-Welterbe aufgenommen.

Den Grundstein für Valletta legte 1566 der und Großmeister Jean Parisot de la Valette, von dem die Stadt auch ihren Namen erhielt. Jean Parisot de la Valette war ein Ritter des Johanniter-Ordens, der evangelische Zweig des katholischen Malteser-Ordens, der im 16. Jahrhundert nach Malta kam, nachdem er von den Osmanen aus Rhodos vertrieben wurde.

Mit einer Fläche von noch nicht einmal einem Quadratkilometer ist Valletta nicht nur die kleinste Hauptstadt, sie ist wohl auch die feierfreudigste Stadt der Europäischen Union. Valletta hat immer was zu feiern, auch außerhalb des Kulturhauptstadtjahrs.

Jedes Fest wird mit einem Feuerwerk eröffnet. Immerhin gibt es in dem Zwergstaat Malta, der nicht einmal halb so groß ist wie Hamburg, 34 Fabriken, die Feuerwerkskörper herstellen.

Kaum eine andere europäische Stadt hat so viele Feste im Jahr wie Valletta. Zu den so genannten Festas werden die öffentlichen Gebäude, die Pallazzi aus dem 16. Jahrhundert bunt angestrahlt.

Sämtliche Lokale stellen ihre Stühle und Tische nach draußen. Musik strömt aus allen Gassen. Und auf den Straßen und historischen Plätzen wird ausgelassen gefeiert.

Ein Blick in das Hauptschiff der St. John's Co-Cathedral, Vallettas Wahrzeichen. Die prunkvolle Kathedrale mit ihrem fast 53 Meter langen Hauptschiff mit bemalten Gewölben und vergoldeten Arkaden ist eine der wichtigsten Kirchen der Welt. Hier hängt der größte und einzig signierte Caravaggio – ein Geschenk des Malers an den Johanniter-Orden. Und hier sind 400 Ritter des Johanniter-Ordens begraben.

Eine Gasse in Valletta mit den typischen bunten maltesischen Holzbalkonen. Die Legende besagt, dass die Balkone in geschlossener Holzkastenform gebaut wurden, damit die Bewohner ungestört ihrem Klatsch und Tratsch nachgehen konnten.

Das City Gate ist Vallettas modernes Stadttor. Gebaut hat es der Architekt Renzo Piano im Jahr 2014. Zum Stadtkern gelangt man seitdem über eine acht Meter breite Fußgängerbrücke mit zwei pharaonischen Pylonen, die von meterhohen Stahlspeeren bewacht werden. Future Baroque nennen es die Malteser, wenn historische auf moderne Architektur trifft.

Das neue Parlamentsgebäude hat Renzo Piano 2015 auf einem ehemaligen Parkplatz errichtet. Ein kubisches Bollwerk aus Glas und zwei Sandsteinblöcken, die von schmalen Stützsäulen getragen werden. Ein Bau, der wenn auch nicht von der Form, zumindest von Material und Farbe den typisch maltesischen Fassaden angeglichen ist.

Ausgefallene kleine Lokale sind in Valletta überall zu finden. Besonders beliebt bei den Einheimischen sind die Band Clubs. Eine Mischung aus Restaurant, Kulturzentrum und Musikverein.

Die Einwohner Vallettas sind ein feierfreudiges, multikulturelles und junges Volk. Mehr als die Hälfte der Malteser sind unter 60 Jahren.

Eine bunte Parade vor dem Kastilienpalast macht sich bereit, um auf traditionelle Art einen heiligen Schutzpatron zu feiern. Malta ehrt mindestens einmal im Monat einen Schutzpatron.

Der Kastilienpalast aus dem 16. Jahrhundert ist der Regierungssitz des Präsidenten Joseph Muscat. In der Notte Bianca, einem der beliebtesten Feste der Malteser, öffnet der Amtssitz, der sonst das ganze Jahr über der Öffentlichkeit verschlossen bleibt, seine Pforten.

Valletta wird von den Einheimischen in ihrer Sprache "Il Belt" genannt, was so viel heißt wie Gürtel. Der Name stammt von der ringartigen Anordnung der barocken Stadt. Malti, die Sprache der Malteser, ist eine Mischung aus Italienisch, Arabisch und Englisch.

Stand: 19.01.2018, 10:25 Uhr