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Medina Azahara - versunkene Kalifenstadt

Medina Azahara - versunkene Kalifenstadt

Medina Azahara - allein der Name klingt märchenhaft. Dabei handelt sich um eine versunkene Palaststadt in Al-Andalus, dem maurischen Spanien. Sofort entstehen Bilder vor dem geistigen Auge und wecken das Fernweh.

Eine Ruinenstadt in Andalusien, durch die Menschen laufen

Die versunkene Kalifenstadt Medina Azahara wurde am 1. Juli 2018 ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Heute liegt Sand auf den Ruinen. Wind weht durch die Mauerreste. Doch selbst die Relikte lassen erahnen, welche Pracht sich hier im 10. und 11. Jahrhundert entfaltete.

Die versunkene Kalifenstadt Medina Azahara wurde am 1. Juli 2018 ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Heute liegt Sand auf den Ruinen. Wind weht durch die Mauerreste. Doch selbst die Relikte lassen erahnen, welche Pracht sich hier im 10. und 11. Jahrhundert entfaltete.

Die Kalifenstadt war in Terrassen angeordnet. Die Menschen lebten je nach ihrem gesellschaftlichen Status in der Stadt: Auf der obersten Terrasse residierten der Adel und der Kalif selbst. 

Abd al Rahman III., der Erbauer der Stadt, hatte das Terrain mit Bedacht gewählt: Im Rücken wachen die mächtigen Berge der Sierra Morena über Medina Azahara. Zu Füßen der Stadt ist hingegen alles grün. Hier liegt ein fruchtbares Tal, wo Oliven- und Orangenbäume wachsen.

Für die Stadt wurden nur die edelsten Materialien verwandt: Marmor aus den Steinbrüchen Andalusiens. Elfenbein und Ebenholz aus Afrika. Schimmernde Marmorsäulen und hunderte Ornamente sind erhalten und schmücken die für die maurische Epoche typischen Hufeisenbögen. Alles in der Stadt war darauf angelegt, ausländische Besucher zu beeindrucken.

So opulent die versunkene Kalifenstadt war, so reduziert ist das neue Museumsgebäude. In dem Flachbau wird ein Animationsfilm gezeigt, der die versunkene Kalifenstadt wieder auferstehen lässt. Daneben sind auch viele Original Fundstücke zu bewundern, die in Medina Azahara gefunden wurdne.

Medina Azahara wurde schon 1010, wenige Jahre nach der Fertigstellung, von Berberstämmen erobert und zerstört. Von diesem Schicksal verschont blieb das andere architektonische Meisterwerk, das die Umayyaden in Córdoba erbaut haben und das schon seit 1984 zum Welterbe zählt: die Mezquita-Catedral.

Nach der christlichen Reconquista im 13. Jahrhundert wurde die einst größte Moschee der Welt zur Kirche geweiht. Der Bau blieb aber 300 Jahre unangetastet. Erst 1523 ließ der Bischof von Córdoba ein christliches Kirchenschiff mitten in die maurische Architektur bauen. Ein seltsamer Zwitter entstand, bei dem der Moschee-Charakter noch heute dominiert. 

Im Inneren der Mezquita-Catedral stehen schlanke Marmorsäulen in Reih und Glied. Sie gleichen einem Wald - nur dass die Bäume hier Säulen sind. 856 sind es insgesamt. Und keine gleicht der anderen. Der Marmor für die vielen Säulen stammt zum Teil noch aus der römischen Zeit in Córdoba.

Auch der Innenhof der Mezquita-Catedral ist ein Gesamtkunstwerk – wie viele andere Patios der Stadt. Seit 2015 zählen sie ebenfalls zum (immateriellem) Welterbe in Córdoba.

Das Jüdische Viertel grenzt unmittelbar an die Mezquita-Catedral. Das Gewirr kleiner Gassen, die romantischen Innenhöfe und blumengeschmückten Fassaden machen das Viertel zum Touristenmagnet.

Die Tetería Petra ist ein maurisches Teehaus und Restaurant, das von dem Imam einer benachbarten Moschee betrieben. Hier gibt es frischen Minztee und eine schöne Stimmung.

Stand: 04.12.2018, 16:15 Uhr