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Mit Kurt Lauber am Matterhorn

Mit Kurt Lauber am Matterhorn

Das Matterhorn, der für viele schönste Berg der Welt, hat im Laufe der Zeit vieles erlebt: Dramatisches, Tragisches, Kurioses, auch Heiteres. Mit Kurt Lauber, dem sogenannten Wächter des Matterhorns, erklimmt Andreas Burmann den Gipfel.

Das Matterhorn wird von Menschen in aller Welt bewundert.

Das Matterhorn ist "das Kinderbild des absoluten Bergs, wie wenn er der einzige Berg auf der ganzen Welt wäre", schrieb der große deutsche Philosoph Theodor W. Adorno. Für viele Menschen gilt er als der schönste Berg.

Das Matterhorn ist "das Kinderbild des absoluten Bergs, wie wenn er der einzige Berg auf der ganzen Welt wäre", schrieb der große deutsche Philosoph Theodor W. Adorno. Für viele Menschen gilt er als der schönste Berg.

Die Hörnlihütte geht in ihren Ursprüngen bis auf das Jahr 1880 zurück. Am längsten stand das Gebäude von 1911. Es wurde 2015 durch einen Um- und Neubau komplett modernisiert.

Das Bettenlager ist auf 120 Plätze beschränkt, der Preis liegt bei 150 Franken für Halbpension pro Person. Dadurch soll der Berg entlastet werden. Tatsächlich sind statt der früher bis zu 200 Bergsteiger täglich heute höchstens halb so viele unterwegs.

Kurt Lauber, weltweit bekannt als "Wächter des Matterhorns", hat von 1995 bis 2018 die Hörnlihütte geführt. Zugleich ist er in dieser Zeit auch über eintausend Mal als Bergretter im Einsatz gewesen.

Die Aufstiegsroute verläuft entlang dem Hörnligrat rechts der Ostwand. Von der Hörnlihütte bis zum Gipfel sind mehr als 1.200 Höhenmeter zu machen – hinauf und wieder hinunter.

Die Erstbesteiger überwanden 1865 die Einstiegswand bequem auf einem Gletscherfeld. Das ist längst zerflossen. Heute geht es mit Hilfe von Fixseilen und Stahlklammern am Fels hinauf.

Gedenktafeln am Einstieg erinnern an Absturzopfer. Seit der Tragödie des Erstaufstiegs mit vier Toten hat es rund 500 weitere Todesopfer gegeben.

Insbesondere Bergsteiger ohne Führer müssen vorsichtig sein: Bereits wenige Schritte neben der Route können sie gefährlichen Steinschlag auslösen. "Das Matterhorn zerbröselt wie alle anderen Berge, nur etwas schneller. Wenn man hinaufsteigt, ist es ein ziemlicher Schotterhaufen", so die Bergsteigerlegende Reinhold Messner.

Rastplatz mit besonderer Aussicht auf das Monte-Rosa-Massiv: Auf der Bergschulter, etwa 4.200 m hoch, lässt sich eine kleine Pause machen. Und ein kurzes Interview mit Kurt (rechts unten) führen.

Noch wenige Schritte bleiben bis zum Ziel, hier ist man zugleich im Grenzbereich: Im Vordergrund auf dem schmalen Grat der Schweizer Gipfel, im Hintergrund der etwas niedrigere italienische Gipfel mit einem Kreuz.

Lohn der Aufstiegsmühe: nach viereinhalb Stunden: ein Selfie mit Kurt auf 4.478 Meter Höhe. Der gibt zu bedenken: "Noch kein Grund zu freudiger Erleichterung, denn: Das alles musst Du jetzt auch wieder hinunterklettern."

Nach etwas mehr als neun kraftzehrenden Stunden haben wir die Besteigung erfolgreich beendet. Kurt hat seinen bisherigen mehr als 400 Aufstiegen am Matterhorn einen weiteren erfolgreichen hinzugefügt.

Stand: 13.09.2019, 11:06 Uhr