Verborgene Königreiche im Himalaya

Verborgene Königreiche im Himalaya

Von Claudia Heissenberg

Unendliche Weiten, buddhistische Klöster, schneebedeckte Gipfel und karge Landschaften in leuchtenden Farben und glasklarer Luft – Ladakh und Zanskar, im nördlichsten Zipfel Indiens gelegen, sind Paradiese für Wanderer und Kulturreisende.

Unbewohnbare Landesfläche von Ladakh und Zanskar

Mit weniger als zwei Einwohnern pro Quadratkilometer gehören Ladakh und Zanskar zu den am dünnsten besiedelten Regionen der Erde. Allerdings sind 99,6 Prozent der Landesfläche unbewohnbar.

Mit weniger als zwei Einwohnern pro Quadratkilometer gehören Ladakh und Zanskar zu den am dünnsten besiedelten Regionen der Erde. Allerdings sind 99,6 Prozent der Landesfläche unbewohnbar.

Leh, die Hauptstadt Ladakhs und das touristische Zentrum der Region, hat etwas mehr als 30.000 Einwohner und sogar eine Fußgängerzone. Hier gibt es alles, was das Herz nach einer anstrengenden Wanderung begehrt: Eine heiße Dusche, ein weiches Bett und leckeres Essen.

Eine Fahrt mit öffentlichen Bussen ist ein Abenteuer für sich. Mit viel Zeit, jeder Menge Geduld und vor allem gutem Sitzfleisch sind auch die entlegendsten Winkel zu erreichen.

Der Zusammenfluss von Zanskar und Indus. Der 3200 Kilometer lange Strom, der in Tibet entspringt, ist die Hauptwasserader der Region und wird vom Schmelzwasser der Gletscher gespeist.

Eine Sturzflut nach heftigem Regen hat vor einigen Jahren die Brücke zwischen Chiling und Shingo weggerissen. Seitdem behelfen sich die Menschen mit einer Seilbahn, die mit Muskelkraft betrieben wird.

Wie eine Trutzburg thront das Kloster Phuktal im schroffen Fels. Wer dort hin will, fährt von Leh aus zwei Tage mit dem Jeep über holprige Schotterpisten und wandert dann nochmal zwei Tage am Abgrund entlang.

Die Küche ist in Ladakh und Zanskar das Herzstück des Hauses. Diese besonders prächtige gehört einem Kupferschmied. Beim Homestay-Trekking übernachten Wanderer in Privathäusern und bekommen einen Einblick in den Alltag ihrer Gastgeber.

Das Leben der Menschen ist hart und entbehrungsreich. Ihr Alltag wird bestimmt vom Rhythmus der Natur. In der Erntezeit arbeiten die Familien vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang auf den Feldern.

Das Basis jeder Mahlzeit ist Tsampa – geröstete Gerste, die in kleinen Wassermühlen gemahlen wird. Das schmackhafte Mehl kommt in die Suppe, wird zu Teigtaschen geformt und mit Buttertee verrührt zu einem kleinen, stärkenden Imbiss für zwischendurch.

Bogenschießen ist der Nationalsport in Ladakh und Zanskar. Regelmäßig treten die besten Schützen des Landes zum Wettbewerb an. Am Flughafen von Leh wird mit Schildern darauf hingewiesen, dass Pfeile und Bogen nicht ins Handgepäck gehören.

Das windumtoste Zeltlager Nimaling, 4700 Meter hoch am Fuße des Kommaru-La-Passes gelegen. In der Nacht sinkt die Temperatur auf minus 12 Grad und verwandelt das Wasser in der Trinkflasche zu Eis.

Mit traditionellen Instrumenten wie Schalmeien und reich verzierten Schnecken wird jeden Morgen um 6.30 Uhr im Kloster Thikse zur Puja gerufen – dem Gebet und der Meditation. Im Versammlungsraum rezitieren Mönche und Novizen im vielstimmigen Chor buddhistische Verse – unterbrochen von Essenpausen mit Tsampa und salzigem Buttertee.

Stand: 22.02.2018, 11:47 Uhr