Erster Klettersteig der Alpen feiert Jubiläum

Erster Klettersteig der Alpen feiert Jubiläum

Ein von Friedrich Simony 1843 bestiegener Klettersteig im Dachsteingebirge war der erste seiner Art in den Alpen - der Dachstein ist mehr denn je ein beliebtes Reiseziel für Kletterer und Bergsteiger.

Klettersteig am Dachstein in den Alpen

Am Gipfelkreuz bei der Seethalerhütte kommt der Johann-Klettersteig heraus: 700 Meter Drahtseil und 250 Trittstifte machen ihn mit den großen und langen Dolomiten-Steigen vergleichbar. Er ist in Verbindung mit den Klettersteigen "Anna" und "Schulteranstieg" sogar auch einer der längsten in den Alpen. Die Einstufung bis E (extrem schwierig) verspricht weitgehend ungestörten Klettersteig-Genuss.

Am Gipfelkreuz bei der Seethalerhütte kommt der Johann-Klettersteig heraus: 700 Meter Drahtseil und 250 Trittstifte machen ihn mit den großen und langen Dolomiten-Steigen vergleichbar. Er ist in Verbindung mit den Klettersteigen "Anna" und "Schulteranstieg" sogar auch einer der längsten in den Alpen. Die Einstufung bis E (extrem schwierig) verspricht weitgehend ungestörten Klettersteig-Genuss.

Auf der Terrasse der alten Seethalerhütte, die seit rund 90 Jahren an ihrem Platz steht, auf 2.760 Meter Höhe, am steil abfallenden Südrand des vier Kilometer langen Dachstein-Massivs. Ein Absacken des ohnehin altersschwachen Holzgebäudes ergab, dass man es unbemerkt auf einer Doline, einem großen Sinkloch im Kalkgestein, errichtet hatte. Der gleich daneben errichtete moderne Neubau soll im November 2018 eröffnet werden.

Bergführer Heli Rettensteiner auf der sogenannten Schulter: nach etwa 150 Höhenmetern vom Einstieg am Gletscherrand erreicht der Klettersteig die Höhe der "Schulter". Sie ermöglicht einen guten Blick auf die Randkluft unterhalb der Nordflanke des Hohen Dachsteins, von der aus Friedrich Simony 1843 den Zustiegsweg anlegen ließ. Tiefe, teils große Gletscherspalten erlauben diesen Weg nur mit größter Vorsicht und entsprechender Ausrüstung.

Gipfelblick auf die Gemeinde Ramsau, die auf rund 1.100 Metern auf einem Hochplateau liegt, am oberen Rand des Ennstals. Besonders bekannt hat den Ort die ZDF-Serie "Die Bergretter" gemacht. Seither ist der Ort nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer vor allem bei Familien beliebt.

Gipfelblick vom Hohen Dachstein Richtung Hallstatt auf den Niederen Dachstein (2.934 m) und darüber hinaus Richtung Hallstätter See. Man sieht damit auf einen Kernteil des UNESCO-Welterbes Hallstatt-Dachstein. Der Titel ist 1997 unter anderem wegen der "einzigartigen Schönheit" zuerteilt worden. Die Gletscherdecke des Dachsteins befindet sich inzwischen stark im Schwund.

Mit der Seilbahn zum Jubiläumsklettersteig: die Panoramagondel der Dachstein-Südwandbahn überwindet die 1.000 Höhenmeter zur Bergstation ohne Zwischenstütze. Cabrio-Feeling bietet die Fahrt auf dem Dach der Gondel für bis zu zehn Gäste. Von dieser Art Balkon aus lässt sich, abgesehen von der Rundumsicht, frei bis zu 210 Meter tief hinabblicken.

Malerischer Blick von der sogenannten Schulter auf die südlich gelegene Ramsau und das Ennstal. Rund 800 Meter bricht hier die Wand aus Kalk- und Dolomitgestein ab. Von unten führen etliche frei zu kletternde Routen hinauf, am bekanntesten darunter der Steinerweg aus dem Jahr 1909.

Im Überblick: Der sogenannte Schulteranstieg mit dem Klettersteig (links). Dahinter die ebenerdig verlaufende Verbindung (verdeckt) zur Nordflanke des Hohen Dachstein (Mitte oben), darunter die sogenannte Randkluft des Gletschers, die eine sehr breite und tiefe Spalte fast vollständig abtrennt. Über die 1843 deutlich höher reichende Randkluft führte Friedrich Simonys Route in den mit Stiften und Seil präparierten Fels.

Stand: 14.09.2018, 12:29 Uhr