Karneval der Krebse

Krebse

Karneval der Krebse

Ein Ausflug ins Delta do Parnaíba im Nordosten Brasiliens.

Es gibt auf der Welt nur drei Flussdeltas, die sich ins offene Meer ergießen: Das des Nils, das des Mekong und... das des Parnaíba! Noch nie gehört? Macht nichts. Neugier genügt nimmt Sie mit auf eine Bootsreise durch das Delta do Parnaíba –über den Fluss und seine unzähligen kleinen und kleinsten Seitenarme, zwischen den über 70 Inseln des Deltas, an ihren dichten Wäldern und Mangrovensümpfen vorbei in die tropische Welt der Krebse, Affen, Schlangen und seltenen Vögel.

Delta

Wie entsteht ein Delta? Ein Fluss verlangsamt seine Fließgeschwindigkeit, je näher er dem Meer kommt. Der Parnaíba entspringt im Hochland des brasilianischen Bundesstaates Piauí und kommt 1.700 Kilometer weiter fast zum Stehen. An der Mündung in den Atlantik haben sich dadurch im Lauf von Jahrmillionen Sedimente angehäuft – die Deltainseln. Die Kanäle zwischen ihnen werden von drei Arten Wasser durchflossen: Süßwasser, Brackwasser und Salzwasser – je nach Tidenhub variieren sie ihren Anteil. Flora und Fauna sind an diese einzigartigen Verhältnisse angepasst.

Krebse

Wir erfahren, wie Krebse Karneval feiern – nämlich ohne Kostüme und ohne Samba – aber mit dem überwältigenden Ergebnis von 10.000 Nachkommen pro Session und Krebs! Und ganz nebenbei lernen wir auch, dass die Krebsfamilie der Art Uçá ein globales multikulturelles Unternehmen ist. Wir sehen die Guarás – zu deutsch Scharlach-Ibisse – in der Abenddämmerung die Baumkronen anfliegen – auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz.

Fischer und Krebssammler rudern durch diese Landschaft, nehmen auch Touristen mit ins tiefe Dickicht aus Mangroven, Açaí- und Carnaúbapalmen. Wie lebt ein Deltabewohner und vor allem: wovon? Gelingt es den Fischern und der brasilianischen Regierung, die Landschaft vor Shrimpsfarmern und Salinenbetreibern zu schützen?

Autorin: Grit Eggerichs
Redaktion: Regina Tanne

Stand: 09.06.2018, 10:05