Isle of Wight – Insel mit ganz eigenem Klima

Einheimische nennen die Isle of Wight "The Diamond", den Diamanten.

Isle of Wight – Insel mit ganz eigenem Klima

Unweit vom südenglischen Portsmouth entfernt liegt die Isle of Wight, von der bereits britische Dichter schwärmten. Judith Koch hat diesen "englischen Mikrokosmos" besucht, der jedoch alles andere als eine Blaupause des Festlands ist.

An das legendäre Isle of Wight Festival, bei dem in den 70er Jahren Weltstars wie Joni Mitchell, Joan Baez, The Doors und Jimi Hendrix die grünen Hügel der beschaulichen Insel mit hunderttausenden Zuschauern füllten, erinnern sich Zeitzeugen noch gut.     

Die historische Hauptattraktion der Insel ist das Osborne House, die Ferienresidenz von Königin Victoria und Prinz Albert. Die Lage des Anwesens mit Blick über den Solent erinnerte Albert an die Bucht von Neapel. Der Prinz verlieh der Villa einen italienischen Anstrich und prägte damit den "Osborne Stil". Auch die alte Dampfeisenbahn erinnert heute noch an die viktorianische Zeit, die Geschichte der Insel reicht allerdings bis in die Römerzeit zurück. Aus dieser Zeit sind bis heute zwei Villen und sechs antike Landhäuser übriggeblieben.

Im mediterranen Klima des Örtchen Ventnor im Süden der Insel wachsen subtropische Pflanzen. Verantwortlich dafür ist ein Landstrich aus Kreidefelsen, der Schlechtwetterfronten abhält.              

Autorin: Judith Koch
Redaktion: Beate Wolff

Isle of Wight – Die Insel mit ganz eigenem Klima

Die Isle of Wight war noch bis vor 8.000 Jahren mit dem englischen Festland verbunden, doch durch Erosionen spaltete sie sich ab. Die Insel gilt als englischer Mikrokosmos, allerdings hat sie ihr ganz eigenes Klima, mit ihrer eigenen Kultur.

Manche Einwohner pendeln zum Arbeiten aufs Festland, um ihre Insel nicht zu lange verlassen zu müssen.

Auf der Panerai British Classic Week messen sich Yachten aus aller Welt eine Woche lang in Regatten. Sie findet jedes Jahr in der Hafenstadt Cowes statt.

Im Osborne House zogen Queen Victoria und Prinz Albert sich vor den höfischen Pflichten zurück. Der charakteristisch italienisch angehauchte "Osborne Stil" geht auf Prinz Alberts Vorliebe für die italienische Architektur zurück.

Michael Hunter wohnt in einer der Lodges auf dem Grundstück des Osborne House. Wenn die Touristen des Tages gegangen sind, hat er das idyllische Anwesen für sich.

Colin Boswell ist Knoblauch-Bauer und hat einen Groβteil seines Lebens damit verbracht, die Urform des Knoblauchs zu suchen. Gefunden hat er sie in den Bergen Kasachstans.

Einer der malerischsten Badestrände der Insel ist Ventnor Beach. Er liegt im mediterranen Mikroklima der Insel, wo es im Schnitt fünf Grad wärmer ist als im Rest Großbritanniens.

Max Silvers gärtnert in Ventnors Botanischem Garten, der als Großbritanniens heißester Garten gilt. Er liegt in einem Mikroklima, das der Südspitze der Insel subtropische Pflanzen beschert.

Übrig geblieben von einem rund 55 Meilen langen Eisenbahnnetz aus den 1950ern sind gerade einmal fünf Meilen. Eine halbe Stunde dauert die Fahrt mit nur vier Haltestellen.

Aus einer Crowdfunding-Kampagne für ein Hallenbad auf der Insel wurde eines der wildesten britischen Festivals: Das Isle of Wight Festival 1970 zog mehr Besucher an als Woodstock.

Zwar nah am englischen Festland gelegen hat die Isle of Wight doch ihren ganz eigenen kulturellen, landschaftlichen und klimatischen Charakter.

Isle of Wight - Die Insel mit ganz eigenem Klima

WDR 5 Mit Neugier unterwegs - Das Reisemagazin 07.09.2019 20:16 Min. Verfügbar bis 04.09.2020 WDR 5 Von Judith Koch

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