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Chausey – unbekannter Archipel im Ärmelkanal

Eine weiße Bucht, umgeben von üppiger Vegetation.

Chausey – unbekannter Archipel im Ärmelkanal

Während die großen Nachbarn Jersey und Guernsey zu England gehören, liegt Chausey auf französischem Hoheitsgebiet. Insgesamt 365 Inseln zählen nach offizieller Lesart zum Archipel – aber nur eine ist bewohnt.

Das Leben auf dem Chausey-Archipel richtet sich nach den Gezeiten, die in der Normandie besonders extrem sind. Bei Ebbe ragen sämtliche Inseln aus dem Wasser und Urlauber können zwischen ihnen auf weichem Meeresgrund spazieren gehen – bei Flut versinken die meisten und Ortsunkundige geraten bei dem rasant ansteigenden Meeresspiegel nicht selten in Gefahr.

Lange Zeit war Chausey selbst in Frankreich ein absoluter Geheimtipp. Mittlerweile hat sich die Schönheit des Archipels herumgesprochen und in den Sommermonaten kommen hunderte Tagestouristen. Sie müssen allerdings mit der letzten Fähre runter von der Insel. Denn nur wer eine der wenigen Unterkünfte hat, darf bleiben.

Autorin: Antje Zimmermann
Redaktion: Beate Wolff

Chausey – unbekannter Archipel im Ärmelkanal

Die Chausey-Inseln liegen im Ärmelkanal. Sie haben eine spektakuläre Natur und den extremsten Tidenhub in Europa: Bei Flut sind nur 52 der 365 Inseln des Archipels zu sehen. Die spektakulären Gezeiten prägen Flora, Fauna und natürlich die Menschen.

Fähre im Ärmelkanal

Wer kein eigenes Boot besitzt, gelangt nur mit der Fähre nach Chausey. Die Überfahrt von Granville dauert ca. eine Stunde. Unterwegs gibt es gelegentlich Delfine zu sehen.

Wer kein eigenes Boot besitzt, gelangt nur mit der Fähre nach Chausey. Die Überfahrt von Granville dauert ca. eine Stunde. Unterwegs gibt es gelegentlich Delfine zu sehen.

Keine der Inseln gleicht der anderen. Und ihre jeweilige Form bestimmt den Namen: Ein Eiland, platt wie eine Flunder, heißt flache Insel. Die bewohnte Hauptinsel ist die Grand Île – die große Insel. Hier geht die Fähre vor Anker.

Zwischen den grünen Hügeln stehen vereinzelte graue Häuschen. Große und kleine Granitsteine, bunt übereinander gestapelt, bilden die Mauern. Ein paar sind weiß verputzt, die meisten aber naturbelassen.

Früher wurde auf Chausey Seegras für die Glasindustrie gesammelt und Granit in den Steinbrüchen abgebaut. Heute sind Tourismus und Fischfang die einzigen Wirtschaftszweige.

Wenn die Ebbe ihren tiefsten Punkt erreicht, tauchen hunderte Steinbrocken auf. An einigen Stellen ragen schwarze Monolithen in die Höhe. Der Archipel gleicht einer Mondlandschaft – das sagen zumindest die Besucher.

Das Meer steigt und fällt um 14 Meter – wer hier unbegleitet wandert, ist schlecht beraten. Der Geologe Olivier Ribeyrolles bietet geführte Touren an.

Der Sandboden ist meistens weich und matschig. An manchen Stellen gibt es aber Muscheln und Steinchen, die unter empfindlichen Fußsohlen heftig schmerzen. Die Gruppen sollen deshalb Neoprenschuhe tragen.

Die extremen Gezeiten erleben Urlauber überall auf den Inseln. Bei Ebbe erscheint der Archipel grau-braun. Bei Flut smaragdfarben, in allen Schattierungen zwischen grün und blau.

Es gibt ein einziges Hotel mit acht Zimmern auf der Insel, das bereits seit Generationen in Familienbesitz ist. Neu- oder Ausbauten sind auf der Insel verboten.

Mittlerweile hat sich die Schönheit des Archipels herumgesprochen und in den Sommermonaten kommen an sonnigen Wochenenden hunderte Tagestouristen nach Chausey.

Der blaue Lobster von Chausey gilt als besonders delikat. Er wird im einzigen Supermarkt der Insel zu moderaten Preisen verkauft. Alles andere, das mit der Fähre gebracht wird, ist auf der Insel relativ teuer.

Chausey – unbekannter Archipel im Ärmelkanal

WDR 5 Mit Neugier unterwegs - Das Reisemagazin 06.07.2019 19:17 Min. Verfügbar bis 04.07.2020 WDR 5 Von Antje Zimmermann

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Stand: 03.07.2019, 16:22