NRW-Tipp: Westerholt

Hotel Schloss Westerholt

NRW-Tipp: Westerholt

Das Rothenburg des Ruhrgebiets, so wird das Alte Dorf Westerholt gern betitelt. Es liegt mitten im Revier, bei Herten, und zieht viele Touristen an. Kein Wunder, so schmuck wie es ist!

Blumenpracht im alten Dorf

Wer durch die Toreinfahrt der Mühlpforte hindurch geht, begreift rasch, warum. Es ist eine Ansammlung wunderschöner restaurierter Fachwerkhäuser, und der Knappenverein St. Barbara hat hier seinen Sitz und ein kleines Museum. Hier lag die Zeche Westerholt, die dem Alten Dorf den Namen gab. Von der Mühlpforte aus spaziert man an den knapp 60 wunderhübschen Häusern vorbei, strahlend weiß mit dunklem Fachwerk. Das älteste Haus stammt aus dem Jahre 1606, mit großen Blumenkästen mit Geranien, ganz im süddeutschen Stil. Noch 1880 war das Dorf umgeben von einem Wall und Wassergräben. "Deshalb gab es ja die Mühlpforte," sagt Berthold Hetterscheid vom Heimatverein Westerholt, "und auch noch die Freiheitspforte und die Schlosspforte. Die wurden abends abgeschlossen und bewacht." Das benachbarte Schloss Westerholt beherbergt ein Hotel, nicht weit davon liegt die alte Kirche, mitten im Dorf. Das ist heute die Gruftkapelle der Familie von Westerholt.

Ein altes Handwerk

Ganz in der Nähe steht ein imposantes Gebäude. Hier befand sich früher die alte Weberei. In der hauptsächlich sakrale Stoffe hergestellt und versandt wurden. "Wir hatten rund um Westerholt Flachsfelder", sagt Hetterscheid. "Die Frauen haben dann Flachs zu Fäden versponnen, die Fäden wurden dann hier in dieser Weberei verwebt. In der unteren Etage standen die Webstühle, da drüber wohnte der Weber, wo dann auch die Angestellten verköstigt wurden." Wer als Besucher zwischendurch beim Rundgang ein bisschen Hunger oder Durst verspürt, der hat hier die Möglichkeit, in Restaurants oder Cafés zu gehen.

Von der Kohle zur Windkraft

Nicht weit von hier liegt die Halde Hoppenbruch. Sie hat ein Wahrzeichen, das weithin zu sehen ist: ein riesiges Windrad. Auf der ehemaligen Bergehalde wird seit 1997 neue Energie gewonnen, Windkraft. Schon damals war das Aus für den Bergbau klar. Für diesen Gang hoch zum Aussichtspunkt kann man sich ruhig Zeit nehmen. Es geht über ein erstaunlich begrüntes, dicht bewachsenes Areal. Viele Tiere haben sich angesiedelt, Fuchs, Marder und eine Menge Vögel. Ein Vogel, der hier lebt und auf der roten Liste steht, ist der Neuntöter, ein Singvogel, der seinen Winteraufenthalt in Südafrika verbringt. Und einen tollen Rundblick übers Revier gibt's auch.

Autorin: Frauke Haardt-Radzik
Redaktion: Marion Grob

NRW - Tipp: Westerholt

WDR 5 Mit Neugier unterwegs - Das Reisemagazin 03.11.2018 05:09 Min. WDR 5

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Stand: 02.11.2018, 10:34