NRW-Tipp: Hohensyburg

Vincketurm vom Hohensyburg

NRW-Tipp: Hohensyburg

Zwischen Dortmund und Hagen fließt die Ruhr. Hier weitet sie sich zum Hengsteysee, und hoch obendrüber liegt die Hohensyburg mit Burgruine, Aussichtsturm und Kaiser Wilhelm-Denkmal. Und die älteste Kirche Westfalens: "St. Peter zu Syburg".

An der Brücke überm Hengsteysee ist ganz schön viel Verkehr, aber nach ein paar Metern auf dem Weg in den Wald hinein wird es ruhiger. Ein Schild warnt vor Steinschlaggefahr. Auf dem Ruhrtalradweg sind etliche Radfahrer und einige Fußgänger unterwegs. Es ist idyllisch hier, ein kleines Ausflugslokal mit großem Biergarten thront etwas oberhalb der Lennemündung in die Ruhr. Vom See hoch nach Syburg zur ältesten Kirche von Westfalen ist es noch ein Stück – 110 Höhenmeter und eine gute halbe Stunde schön durch den Wald. Und da steht dann St. Peter. Eine gedrungene romanische Kirche aus dem 8. Jahrhundert, die sehr massiv aussieht, mit dicken Wänden.

Pilger – und Wehrkirche St. Peter

St. Peter Kirche

"Es war eine Pilgerkirche," sagt Frank Thomaschewski, der Pfarrer, "mit Gebeinen von Heiligen, in dem Fall die Schädelkalotte der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute. Die wurde von den Leuten hier verehrt." St. Peter war auch eine Wehrkirche, bei Gefahr flüchteten die Syburger oben in den Turm. Innen leuchtet ein buntes Fenster mit der heiligen Barbara, gegenüber vom Eingang sitzt Petrus, der erste Papst, mit seiner Frau, aus Bronze. Wer St. Peter nicht nur von außen, sondern auch von innen sehen will, muss einen Termin machen. Oder den Gottesdienst besuchen.

Ausflugsziel mit Tradition

Kaiser Wilhelm Denkmal

Zur alten Hohensyburg aus dem 12. Jahrhundert muss man nur dem Pilgerpfad folgen, und dann ist das Denkmal schon fast in Sichtweite. Von der Ruine stehen eigentlich nur noch die Wände aus Sandstein, doch gerade das gefällt vor allem Kindern! Weiter hinten am Pfad liegt der Aussichtsturm mit Kiosk, der Vincketurm. Ein Relikt aus der Preußenzeit Wilhelms I. Für 2 Euro kann man hinauf, der Turm ist der höchste Punkt von Dortmund, freie Rundumsicht inklusive: über die Ruhr, die Lenne, den Hengsteysee, Hagen, bis in die Sauerländer Berge. Zum Schluss noch hinüber zum großen Denkmal: Kaiser Wilhelm I hoch zu Ross in grün, 1871 steht obendrüber, und ihm zur Seite steht Bismarck. Ein beliebtes Ausflugsziel seit jeher, viele Dortmunder sind noch bis in die 1970er Jahre zu Fuß von der City aus hochgelaufen.

Autor: Thomas Wiethoff
Redaktion: Marion Grob

Stand: 07.07.2018, 10:05