NRW-Tipp: Senden

En Feldweg am Emskanalufer zieht sich durch eine grüne Wiese Richtung Horizont.

NRW-Tipp: Senden

Das Venner Moor bei Senden, etwa 15 km von Münster entfernt, war einst das Revier der Torfstecher. Heute ist es ein großes Naturschutz- und Naherholungsgebiet und liegt direkt am Dortmund-Ems-Kanal.

Mit dem Bus vom Hauptbahnhof Münster geht´s direkt bis zum Moor, aber gemütlicher ist es, aufs Rad zu steigen. Der Weg am Kanal entlang ist flach und gut befestigt. Langweilig wird es auf einer Kanaltour im Münsterland nie: kleine Anlegestellen für Motorboot-Liebhaber, Wiesen, Felder und vor allem Naturschutzgebiete wie das Venner Moor bei Senden wollen entdeckt werden. Auf den ersten Blick sieht man ein scheinbar normales Waldgebiet, das aber direkt ins Moorgebiet hineinragt. Es ist ein Hochmoor und ist vor 6000 Jahren entstanden, dann wurde es rigoros abgetorft. "Wir haben jetzt den Reset-Knopf gedrückt", sagt Kerstin Wittjen vom Naturschutz-Zentrum Coesfeld, "so dass die Moorentwicklung wieder stattfinden kann."

Ein Moor erholt sich

Ein Weg schlängelt sich zwischen moosbewachsenen Birken und Nadelbäumen.

Ein Weg schlängelt sich zwischen moosbewachsenen Birken und Nadelbäumen.

So wurden Mitte der 1970er Jahre die alten Entwässerungsgräben geschlossen, seitdem erobert sich das Moor langsam die leergeräumten Torfflächen zurück, auch Heideflächen entstehen wieder. Hindurch spaziert man teils auf mit Bohlen beplankten Pfaden. Dann taucht plötzlich der schlammig braune Moorsee auf mit seinen gespenstisch wirkenden schwarzen Baumstümpfen im Wasser. Hier bliebt jeder umgefallene Baum liegen, weil jeder umgefallene Baum ein Biotop ist, für Pilze, für Insekten. Am Moorsee wird der Wasserhaushalt deutlich: sobald man mehr als 10 Baumstümpfe sieht, ist klar, dass der See viel zu wenig Wasser hat.

Kunst und Kaffee

Ein dunkler Moorsee hinter aufragendem Schilf, an seinem Ufer ein dichter Laubwald.

Ein dunkler Moorsee hinter aufragendem Schilf, an seinem Ufer ein dichter Laubwald.

Für die Rückfahrt nach Münster empfiehlt sich die andere Kanalseite. Wer eine Kaffeepause braucht, dem sei das "Kunsthaus Kannen" empfohlen. Es ist Teil eines alten Gutshofes, liegt auf dem Gebiet der Alexianer Fachklinik für Psychiatrie und bietet ein Hotel, Café und einen Park. Das neue Ausstellung-Projekt befasst sich mit Erde, Lehm und Ton: Eine Installation mit verschiedenen Köpfen, in der Mitte entsteht ein Ton-Dorf. Jeder kann mitmachen und bekommt einen Klumpen Lehm, um zum Beispiel einen Kopf zu formen oder ein Haus. Nach dem Ausstellungsrundgang geht es zurück ins Grüne, in den Sinnespark auf dem Klinikgelände. Den kann man kostenlos genießen, egal wie lange man im Park spaziert oder sich ausruht. Im Park locken auch Granitsteine, die klingen, schlägt man sie an.

Autorin: Angelika Gördes-Giesen
Redaktion: Marion Grob

NRW-Tipp: Senden

WDR 5 Mit Neugier unterwegs - Das Reisemagazin 27.07.2019 06:04 Min. Verfügbar bis 26.07.2020 WDR 5 Von Angelika Gördes-Giesen

Download