NRW-Tipp: Witten

Glasfertigung in Witten

NRW-Tipp: Witten

Witten, die Stadt im Ruhrtal, ist eigentlich bekannt für den Bergbau. Hier begann der Abbau der Steinkohle im Ruhrgebiet. Witten hat aber noch eine andere Seite: eine gläserne! Mit ebenfalls langer Tradition.

Schmucke Fachwerkhäuser, mit Schieferplatten bedeckte Hauswände samt grüner Fensterläden vor weißen Fensterrahmen - das ist die Crengeldanz-Siedlung in Witten. Hier, aus der Glasfabrik Müllensiefen gingen die Produkte in alle Welt. Die Gründungsfamilie und Arbeiter wohnten in direkter Nachbarschaft. Einige Beschäftigte tut dies heute noch. Eine der Villen steht noch immer an der Werkszufahrt und besticht durch ihre elegante Bauweise ganz aus Ruhrsandstein.

Tradition zählt noch heute

1825 gründeten die Gebrüder Müllensiefen ihre Glasfabrik, die zu den bedeutendsten Glasfabriken Deutschlands zählte. Gemeinsam mit der Stadt Witten werden spezielle Führungen angeboten. Stolz ist die Nachfolgefirma auf die Produktion von Flachglas, etwa zur Verkleidung von Innenwänden, zu sehen im Verwaltungsgebäude der Fabrik. Spezialglas für Autos wird auch hergestellt. Schritt für Schritt kann man hier das Entstehen etwa einer hochmodernen Windschutzscheibe miterleben.

"Gläserne" Adelssitze

Glas spielt auch im Haus Berge eine wichtige Rolle. Bei der Restaurierung der vierflügeligen Anlage aus der Barockzeit wurde bewusst alt und neu miteinander kombiniert. Der Eingang der hier ansässigen Musikschule ist als ein modernes Glaselement gestaltet. Hochwertiges Glas bestimmt den Konzertsaal, das die Geräusche von außen abschirmt. Haus Herbede, erstmals um 1200 urkundlich erwähnt, ist es das älteste Gebäude von Witten und zugleich eines der ältesten Herrenhäuser im mittleren Ruhrtal. In der Vorburg haben Künstler ihre Ateliers eingerichtet, wo Gäste die Ausstellungen mit Glaskunst besuchen können.

Autorin: Frauke Haardt-Radzik
Redaktion: Marion Grob

NRW-Tipp: Witten

WDR 5 Mit Neugier unterwegs - Das Reisemagazin 06.04.2019 05:37 Min. Verfügbar bis 04.04.2020 WDR 5 Von Frauke Haardt-Radzik

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