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NRW-Tipp: Olsberg und Kneipp

Ein Bächlein kreuzt den Wanderweg. Steine und Brocken ragen aus dem seichten Gewässer heraus.

NRW-Tipp: Olsberg und Kneipp

Sebastian Kneipp, bayerischer Pfarrer im 19. Jahrhundert, machte die Wasserkur mit Wassertreten populär. Das ist sie heute noch, besonders in Olsberg im Sauerland, Deutschlands zweitältestem Kneipport.

Die Kneippfigur steht auf einem Sockel im Park

Knapp 40 dieser Kneippfiguren sind in Olsberg aufgestellt. Alle individuell gestaltet.

Das 15.000-Einwohner-Städtchen ist stolz auf einen Kneippweg mit natürlichen Wassertretstellen. Mitten in der Stadt, in einem echten Fluss. Ein direkter Schüler von Pfarrer Kneipp eröffnete 1895 ein Sanatorium in Olsberg. Das Sanatorium gibt es heute nicht mehr. Dafür aber fast 40 Kneipp-Skulpturen, die über die ganze Stadt verteilt sind. Der Kneippweg ist ein vielfach ausgezeichneter Barfußpfad und führt erst durch einen jungen Wald mit Birken und Farnen. Dann in einen Wald mit alten Bäumen. Überall liegen kleine Steinchen auf dem Boden, es kostet Überwindung, hier barfuß zu gehen. Die erste Wassertretstelle ist ein kleiner Teich, dicht bewachsen. Das Wasser hat sechs bis acht Grad. Darin stolziert man wie ein Storch. "In dem Moment, wo das kalte Wasser kommt, ziehen sich alle Zellen zusammen", sagt Tourismusfachfrau und Kneippianerin Jutta Maas. "In dem Moment, wo der Reiz aussetzt, pumpt der Körper das Blut in den Körperteil rein, um den wieder zu erwärmen. So wird der Kreislauf angeregt."

Quellwasser und Erzstollen

Das Wasser fließt aus einer Quelle. Ein Geländer befindet sich im Wasser

Das Quellwasser ist eiskalt, tut aber gut.

Nächste Station: der Maxstollen. Er gehörte zu einem Erzbergwerk. Hier plätschert Wasser aus einer Quelle. Gäste können hier einen Armguss ausprobieren. Dazu schöpft man Wasser und gießt es erst über den einen, dann über den anderen Arm, den man mit der Außenseite nach oben hoch hält. Die Empfehlung: am kleinen Finger anfangen, kurz über dem Ellbogen verweilen, dann wieder am Unterarm hinunter gießen, auch an der Innenseite des Arms. Genauso wie die Füße werden auch die Arme ganz warm. "Armgüsse wirken anregend", erklärt Jutta Maas, "alle Anwendungen an der oberen Körperhälfte wirken anregend. Es heißt: Der Armguss ist die Tasse Kaffee des Kneippianers! Alle Anwendungen in der unteren Körperhälfte, Beingüsse, Wassertreten, Taulaufen, das wirkt alles beruhigend."

Autorin: Corina Wegler-Pöttgen
Redaktion: Marion Grob

NRW-Tipp: Olsberg und Kneipp

WDR 5 Mit Neugier unterwegs - Das Reisemagazin 03.08.2019 05:03 Min. Verfügbar bis 01.08.2020 WDR 5 Von Corina Wegler-Pöttgen

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Stand: 03.08.2019, 10:05