NRW - Tipp: Mönchengladbach

Benediktinerkloster Mönchengladbach

NRW - Tipp: Mönchengladbach

Erst kürzlich hat die Textilakademie ihren Betrieb aufgenommen, und schon das Gebäude ist sehenswert - allein schon wegen seiner Hightech-Hülle. Ein Ausflug in die Textilgeschichte der Stadt lohnt sich ohnehin!

Stoffherstellung im Textiltechnikum

Stoffherstellung im Textiltechnikum

Ein Ausflug nach Mönchengladbach lohnt sich. Etwa ins Textiltechnikum, einem Spezialmuseum. In der ehemaligen Maschinenfabrik geht es rund um die Stoffherstellung. Alles beginnt mit der Leinenweberei, zu der auch eine Art Guillotine gehört: "Das ist eine sogenannte Breche," sagt Museumsführer Holger Hellwig, "hier werden die Flachsstängel das erste Mal gebrochen, denn die Fasern, die wir haben wollen, befinden sich im Stängel." Es geht ruppig zu bei der Flachsgewinnung, die Fasern müssen danach mit dem Schwingmesser glatt geschwungen und dann über eine Drahtbürste gezogen und gekämmt werden – im Fachjargon gehechelt. Wenn alle Fasern durchgehechelt sind, kann der Flachs gesponnen und zu Leinen verwebt werden.

Textilverarbeitung prägt die Stadtgeschichte

Aber auch außerhalb des Museums geht es textilhistorisch an vielen Orten in der Stadt weiter. "Wir sind gerade dabei, eine Route zu entwickeln," so Museumsleiter Karlheinz Wiegmann, "wo wir diese Standorte mit dem Rad abfahren können. Auch das Wohnen, aber nicht nur Fabrikantenvillen, sondern auch das Arbeiterwohnen." Die Fahrradroute soll im nächsten Frühjahr fertig sein und führt zum Beispiel in die sogenannte Flusssiedlung. Wo die Arbeiter ihr Heim in einer Art Miet-Kauf-System bei ihren Arbeitgebern abstottern konnten und einen Garten für die Selbstversorgung hinzu bekamen.

Kloster mit Spinnereivergangenheit

Rathaus Abtei

Auch in anderen Vierteln Mönchengladbachs sind Spuren der textilen Stadtgeschichte zu finden. Am Fuß des Abteibergs, wo der Gladbach einst oberirdisch floss, liegt zum Beispiel die Bleichgrabenstraße. Und auch im ehemaligen Benediktinerkloster oben wurde einst gesponnen. "Das Kloster musste in der Franzosenzeit Anfang des 19. Jahrhunderts geräumt werden," sagt Gästeführer Jürgen Spindeldreher, "die ehemalige Prälatur wurde zuerst als Baumwollspinnerei benutzt, 1835 von der Stadt aufgekauft und wird seitdem als Rathaus genutzt." Stilvoller geht es kaum.

Autorin: Doro Blome-Müller
Redaktion: Marion Grob

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WDR 5 Mit Neugier unterwegs - Das Reisemagazin | 06.10.2018 | 05:10 Min.