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NRW-Tipp: Neukirchen-Vluyn

Ein von Bäumen gesäumter Platz.

NRW-Tipp: Neukirchen-Vluyn

Neukirchen-Vluyn – ein Bindestrichort, den es ohne den Bergbau so gar nicht gäbe! Stephanie Kowalewski hat sich auf die Spuren des Bergbaus am platten Niederrhein gemacht und wunderschöne Bergmannskolonien und einen "Berg" gefunden.

Das Herzstück der "Alten Kolonie" in Neukirchen-Vluyn ist der Weddingplatz: eine Wiese mit großen Lindenbäumen, Bänken und Schaukeln, mit roten Backsteinhäusern mit Sprossenfenstern und Fensterläden. Eine alte Lore mit der Aufschrift "Zeche Niederberg" erinnert daran, warum es sie überhaupt gibt. "Als 1917 der Abbau von Kohle begann, brauchten die Arbeitskräfte", sagt Peter Pechmann, einst Stadtarchivar und heute Stadtführer. "Die kamen aus Schlesien, Polen, Ostpreußen. Für sie brauchte man Wohnungen." 2001 schloss die Zeche. Nebendran liegen noch die Platten-Kolonie, die 1916 aus Fertigteilen errichtet wurde, und die "Neue Kolonie". Sie ist im Stil der englischen Gartenstadt gebaut worden, mit vielen Freiflächen vor und hinter den Häusern für die Selbstversorgung der Bewohner. Durch den Bergbau wurde aus Neukirchen und Vluyn 1928 Neukirchen-Vluyn.

Eldorado für Sportler und Spaziergänger

Eine schier endlose Treppe führt steil bergauf.

Die Himmelstreppe führt steil auf die Halde zu

Die Tour durch die Siedlungen führt auch zur Halde Norddeutschland. 80 Millionen Tonnen Gestein, das mit der Kohle hochgeholt wurde. Sie glüht im unteren Bereich. "Da ist noch Restkohle", sagt Detlef Wiedemann, der das Gestein mit aufgeschüttet hat. "Durch den Wärmestau hat die sich entzündet und gast nicht aus oben." Die Halde ist mit ihren 102 Metern Höhe und einer Fläche von fast 90 Hektar eine der größten im Ruhrgebiet. Es gibt Rundwege hinauf, die durch grüne Wälder und Feuchtbiopope führen und bei Sportlern und Spaziergängern sehr beliebt sind. Der direkteste und damit steilste Weg ist der über die Himmelstreppe mit ihren 359 Stufen. Ein Eldorado für Sportler!

Halde mit Ausblick

Zwei Männer sitzen auf Fahrrädern neben dem Rundweg.

Rundwege führen über die Halde

Man sieht erst einmal nur Himmel, dann eine grüne Wiese, einen kleinen Hügel und dann fällt der Blick auf das "Hallenhaus", das man weithin sehen kann, aus Stahl und ohne Wände. Es soll an die für den Niederrhein typischen Bauernhäuser erinnern, in denen Mensch und Vieh zusammen lebten. Hier oben weht meist ein ruppiger Wind. Macht nichts, der Ausblick entschädigt: In der Ferne sieht man das Geleucht auf der Halde Rheinpreußen in Kamp-Lintfort, die Kühltürme am Rhein und den Fernsehturm in Düsseldorf. Und natürlich den Bindestrichort Neukirchen-Vluyn.

Autorin: Stephanie Kowalewski
Redaktion: Marion Grob

NRW-Tipp: Neukirchen-Vluyn

WDR 5 Mit Neugier unterwegs - Das Reisemagazin 14.09.2019 06:15 Min. Verfügbar bis 10.09.2020 WDR 5 Von Stephanie Kowalewski

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Stand: 14.09.2019, 10:00