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Marija Bakker im Porträt

NRW-Tipp: Herzebrock

Blick auf das Kloster Marienfeld

NRW-Tipp: Herzebrock

Caspar von Zumbusch - Caspar wer? Geboren in Herzebrock ist er seit dem 19. Jahrhundert für seine Monumental-Denkmäler berühmt, z. B. zu Kaiser Wilhelm. Das Kloster Marienfeld nahe bei besticht mit seinem Garten

Zumbuschhaus in Herzebrock

Es ist nicht zu übersehen, das zweistöckige, strahlend weiße Fachwerkhaus mit hohen Sprossenfenstern an der verkehrsreichen B64, die mitten durch Herzebrock führt. Archivar und Zumbusch Experte Karl Heinz Buddenborg führt gern durchs Museum Zumbusch. Über eine knarrende alte Holztreppe geht es in den ersten Stock, in die hellen Museumsräume. Eigentlich sollte Caspar von Zumbusch Kaufmann werden, doch früh hätten Eltern und Lehrer sein künstlerisches Talent und handwerkliches Geschick erkannt. Die Eltern ließen deshalb den begabten Jungen in die Kunststadt München ziehen, wo er zum Bildhauer ausgebildet wurde und auch das Modellieren erlernte. Und das Anfertigen von Medaillen und Münzen. Einige sind im Museum hinter Glas zu sehen.

Berühmter Bildhauer

In zwei Räumen stehen Skulpturen, Reiterfiguren sowie Büsten aus Bronze, Gips und Marmor. Die Modelle sind zwischen 30 und 80 cm groß und stehen auf weißen schmalen Sockeln. Franz List, Richard Wagner, Ludwig der II sowie Feldherren und Adelige ließen sich von Zumbusch portraitieren. 1873 wird Caspar von Zumbusch an die Wiener Kunstakademie berufen und von Kaiser Franz Josef, einer seiner größten Fans, zum Ritter erhoben. Der Kaiser war dann auch einer der ersten in Wien, der ihm Modell stand. Im sogenannten Zumbusch Zimmer des Museums sind neben Arbeiten auch private Dokumente und Fotos des berühmten Bildhauers zu sehen. Eine seiner letzten Monumentalarbeiten führte den Künstler in seine alte Heimat: 1896 fertigte er das Kaiser Wilhelm Denkmal an der Porta Westfalica an.

Aus dem Winterschlaf erwacht

Blick in den Klostergarten

Nach so kolossalen Eindrücken lohnt es sich, nach Harsewinkel ins Grüne zum Klostergarten des Klosters Marienfeld zu fahren, das 1185 gegründet wurde. Vor dem Kloster geht es nach links entlang der äußeren Klostermauer über einen schmalen Pfad zur Pforte. Der circa 1200 Quadratmeter große Garten erwacht gerade aus dem Winterschlaf und zeigt erstes Frühlingsgrün sowie unerschrockene Frühblüher. Leonhard Sieweke ist der Klostergärtner und ohne ihn gibt es keinen Eintritt in sein Reich. Klostergärten seien zwar alle unterschiedlich, sagt er, jedoch folgten sie einer bestimmten Struktur. Es gibt den Beerengarten, den Kräutergarten, den Obstgarten, Nutzgarten und den Schattengarten. Sein ganzer Stolz ist das Spaliertunnelkreuz. Das hat er in Südengland in einer Benediktinerabtei gesehen und nachgebaut. Leonhard Sieweke erzählt interessierten Besuchern gern von Kräutern, Blumen und alten Pflanzen. Man muss sich allerdings vorher bei ihm anmelden.

Autorin: Claudia Ullrich-Schiwon
Redaktion: Marion Grob

Stand: 07.04.2018, 10:05