NRW-Tipp: Hattingen

Zwei rote Zwei-Personen-Kanus paddeln entlang der Ruhr. Die Flussufer sind grün, voller Bäume und Sträucher. Am Horizont erhebt sich Gebirge.

NRW-Tipp: Hattingen

Zu Bergbauzeiten diente die Ruhr hauptsächlich als Kohlentransportweg, etwa bei Hattingen. Die letzte Zeche ist geschlossen; das Ruhrgebiet wandelt sich mehr und mehr zur Freizeit- und Tourismusregion. Zu Wasser und Land.

Die Ruhr ist zum Paradies für Freizeitkapitäne geworden. Nicht zuletzt wegen etlicher Sehenswürdigkeiten, die bei einer Kanufahrt auf der Ruhr zu beobachten sind. Die zwölf km lange Tour von Hattingen nach Essen Horst führt beispielsweise an der mehr als tausend Jahre alte Stiepeler Dorfkirche vorbei, die im Kirchenschiff mit wunderschöner Freskenmalerei beeindruckt, an der Bochumer Sternwarte und dem Eisenbahnmuseum in Bochum-Dahlhausen.

Nach Abgabe der Kanus kann man per Mietfahrrad die Strecke am Ufer entlang auf dem Ruhrtalradweg zurückfahren oder wählt die bequemere Variante und fährt mit der nahe gelegenen S-Bahn nach Hattingen zurück.

Fluss und Brücke

Ein Fahrradfahrer überquert die ca. 10 Meter hohe Pontonbrücke, die von Bäumen und Büschen umgeben ist. Der Brückenbogen, unter dem das Wasser hindurch fließt, ist ca. 8 Meter hoch.

Die Pontonbrücke

Wer mehr sehen möchte, kann auf eine kleine Entdeckungstour zu Relikten der jüngsten Industrievergangenheit gehen. Über eine Pontonbrücke gelangt man ans andere Ruhrufer. "Der Vorgänger hieß Fünfpfennigsbrücke", sagt Harald Vogelsang, ein ausgewiesener Kenner der örtlichen Industriegeschichte. "Das heißt, die Leute mussten früher hier Brückengeld bezahlen, weil die Brücke im privaten Besitz war. Da gab es eine genaue Tabelle, was Fußgänger, was Pferdefuhrwerke bezahlen mussten."

Heute darf jeder kostenlos über die Brücke gehen oder mit dem Fahrrad fahren. Von der trubeligen Geschäftigkeit, die hier zu Kohleabbauzeiten herrschte, ist längst nichts mehr zu spüren. Jetzt sitzen hier ein paar Enten auf Steinen im Wasser und putzen sich seelenruhig das Gefieder.

Industriegeschichte entdecken

Wer von der Ruhr und Natur noch nicht genug hat, der kann direkt am Flussufer in einem Bauwagen-Hotel übernachten. Heimeliges Wasserplätschern und Vogelgezwitscher plus etwas Luxus in bunt angestrichenen Bauwagen inklusive.

das Backsteingebäude der Zeche "Wohlverwahrt" hat große Rundbogenfenster.

Die Zeche Wohlverwahrt

Wer weiter durch einen lichten Laubwald bergauf geht, gelangt zum imposanten Hauptgebäude der ehemaligen Zeche Wohlverwahrt. Ein wunderschöner roter Backsteinbau, der dem von allen Seiten heran wuchernden Gestrüpp tapfer standhält und Bestandteil einer Karbidfabrik war. Auch dies ist längst Geschichte.

NRW -Tipp: Hattingen

WDR 5 Mit Neugier unterwegs - Das Reisemagazin 05.10.2019 04:49 Min. Verfügbar bis 03.10.2020 WDR 5 Von Frauke Haardt-Radzik

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Autorin: Frauke Haardt-Radzik
Redaktion: Marion Grob

Stand: 02.10.2019, 10:53