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NRW-Tipp: Erwitte

Blick auf Erwitte und die Laurentiuskirche

NRW-Tipp: Erwitte

Jenseits von B 1 und B 55 hat Erwitte deutlich mehr als Straßenknäuel zu bieten. Vor allem Geschichte: Vor gut 1.000 Jahren war Erwitte Treffpunkt der Könige und Kaiser. Elfie Schader auf den Spuren von Heinrich, Otto und Konrad.

Nur ein paar Meter von der Bundesstraße 1 entfernt herrscht pure Idylle: Der Lärm der Bundesstraße ebbt ab, Fachwerkhäuser fassen den Marktplatz ein, über allem schwebt förmlich der mächtige Kirchturm der Laurentiuskirche. Ganz in der Nähe lag im Mittelalter der Königshof, Aufenthaltsort vieler Könige und Kaiser.

In einem wuchtigen Fachwerkbau aus dem 16. Jahrhundert hängen Urkunden, auf denen sich die Herrscher verewigt haben. Dabei ging es um "Schenkungen und um Güter, die sie übertragen haben an Lehensherren", sagt Gästeführerin Birgit Wortmann. "Für die Verpflegung waren die Bauern zuständig, pro Person zwei Kilogramm Fleisch, zwei Kilogramm Getreide und drei Liter Bier. Die haben sich nicht gefreut, wenn es hieß, der König ist im Anmarsch!"

Viel Stadtgeschichte auf wenig Raum

Einige Zeit nach den Besuchen der hohen Herren Heinrich, Otto und Konrad entstand im 12. Jahrhundert die Laurentiuskirche mit ihrem mächtigen Turm. Sie galt damals "fürnehmste" Kirche im Herzogtum Westfalen und macht noch heute Eindruck.

Das Schloss Erwitte

Das Schloss Erwitte

Erwittes historische Schätze sind meist nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Vis-á-vis von der Laurentiuskirche steht ein Gerichtsgebäude aus dem 18. Jahrhundert. Die Behörde war damals für 100 Orte aus dem Umland zuständig! Nur wenige Minuten von hier steht das Schloss, im schönsten Weserrenaissance-Stil erbaut.

Kleinod Schäferkämper Wassermühle

Die Schäferkämper Wassermühle

Die Schäferkämper Wassermühle

Vom Marktplatz aus ist es nur ein paar Autominuten nach Bad Westernkotten, einem Ortsteil von Erwitte. Hier steht die Schäferkämper Wassermühle. Gebaut Mitte des 18. Jahrhunderts hat sie schon zwei Mahlwerke und die Müllerwohnung direkt im Gebäude. Der Grund: Das Wasser vom Bach musste gestaut werden, bevor es abgelassen wurde und die Mühle antrieb. Der Müller konnte dann mit beiden Mahlwerken eine Stunde lang arbeiten, dann musste er drei bis vier Stunden warten, bis der Wasserspiegel wieder angestiegen war. Damit er sein Pensum schaffte, musste er auch nachts raus – deshalb die Wohnung in der Mühle!

Autorin: Elfie Schader-Dittrich
Redaktion: Marion Grob

NRW-Tipp: Erwitte

WDR 5 Mit Neugier unterwegs - Das Reisemagazin 07.09.2019 05:30 Min. Verfügbar bis 04.09.2020 WDR 5 Von Elfie Schader

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