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NRW-Tipp: Dingden

Grünland der Dingender Heide

NRW-Tipp: Dingden

Dingden ist ein Ortsteil von Hamminkeln, das sich selbst als die Stadt der sieben Dörfer bezeichnet. Mitten durch Hamminkeln verläuft eine Grenze – die Grenze vom Niederrhein nach Westfalen. Spannende Gegend!

Infotafel zur Dingender Heide

Dingender Heide Infotafel

Das Naturschutzgebiet am Ortsrand, die Dingdener Heide, war in den 1980er Jahren Teil eines der ersten Naturschutzprogramme in Nordrhein-Westfalen überhaupt und ist ein idyllisches Fleckchen mit ganz unterschiedlichen Naturzonen und seltenen Pflanzenarten wie Fieberklee, Lungenenzian oder den Teufelsabbiss. Auch der seltene Große Brachvogel brütet hier. Das Gebiet ist eine der größten zusammenhängenden Grünlandflächen in Nordrhein-Westfalen. Infotafeln erläutern die Nutzungsgeschichte. Etwa den Hudewald mit vielen Büschen wie sie im 14. Jahrhundert typisch waren. Früher haben die Bauern ihre Tiere hinein getrieben. dann ist er verheidet. Daraus entstand ab dem 16. Jahrhundert eine Heidelandschaft, die wohl schon damals so aussah, wie der größte Teil der heutigen Dingdener Heide.

Natur und Geschichte

Die Eingangstür des Humberghauses in Dingden

Die Eingangstür des Humberghaus in Dingden

Wer hungrig wird, kann im 250 Jahre alten Gasthof Küpper im Ortskern den typischen Heidekäse essen. Nur zwei Häuser weiter steht ein besonderes Gebäude, das alte Lehrerhaus an der Weberstraße. Es ist ein Denkmal, das auf 250 Jahre und in Teilen noch älter geschätzt wird. Ein Bauforschungsteam hat festgestellt, dass es ein niederdeutsches Hallenhaus, so wie man es hier vorfindet, sonst nur noch in Freilichtmuseen gibt. Die Dingdener sind stolz auf ihr altes Dorf und legen Wert darauf, dass sie zu Westfalen gehören und nicht zum Niederrhein, wie der Rest von Hamminkeln.

Die Humbergs und Dingden

Die Mikwe im Humberghaus

Die Mikwe im Humberghaus

Das waren über Generationen waschechte Dingdener. Ihr Haus wurde Ende des 17. Jahrhunderts erbaut, die Familie betrieb darin bis zur Nazizeit eine koschere Metzgerei. Der Heimatverein hat das Haus 2001 gekauft und daraus in Eigenarbeit eine kleine Gedenkstätte gemacht. Sogar eine Mikwe, ein rituelles Bad, ist zu sehen, das gibt es selten in einem Privathaus. Nur wenige Mitglieder der Familie Humberg überlebten die Nazizeit. Ihre Nachfahren haben in den letzten Jahren viele Erinnerungsstücke zur Verfügung gestellt. Damit sie im Humberghaus an die Geschichte der Familie erinnern.

Autorin: Eva Karnofsky
Redaktion: Marion Grob

NRW-Tipp: Dingden

WDR 5 Mit Neugier unterwegs - Das Reisemagazin 28.09.2019 05:33 Min. Verfügbar bis 26.09.2020 WDR 5 Von Eva Karnofsky