NRW - Tipp: Bocholt

Blick auf den Marktplatz und das Historische Rathaus Bocholt

NRW - Tipp: Bocholt

Große Schornsteine, alte Fabrikhallen, Eisenbahn-Waggons, schicke Abendkleider und feine Kostüme - im Textilmuseum in Bocholt kommt das alles zusammen.

Schließlich gehört Bocholt seit 150 Jahren zu den wichtigsten Standorten der westfälischen Textilindustrie. In der ehemaligen Spinnerei Herding, die heute das Textilmuseum beherbergt, drehten früher 20.000 Spindeln Baumwolle zu Garn, das dann in der Weberei weiter verarbeitet wurde.

Abendkleider und Grubentücher

Blick auf das Textil Werk in Bocholt

Eine solche alte Webhalle kann im Museum besichtigt werden. 30 historische Webstühle sind hier immer noch in Bewegung und machen jede Menge Krach, den die Weber früher aushalten mussten. "Ohrenstöpsel gab es nämlich nicht. Die Weber wollten alles hören, schließlich verraten Geräusche mögliche Fehler. Viele Weber haben so ihr Gehör eingebüßt.", erzählt der Museumsdirektor Hermann Steenkamp. Das Ergebnis waren Stoffe, die zu blau-weißen Grubentüchern oder feinster Mode verarbeitet wurden. Auch die kann im Textil Werk bestaunt werden.

Eine Stadt zwei Länder

Bauernhäuser am Flussufer der Aa

Edel wird es auch in der Bocholter Innenstadt: Wer vor dem Historischen Rathaus steht, kann eine prächtige Schaufassade betrachten. Vorbild für die reich verzierte Fassade waren die niederländischen Rathäuser, erklärt die Stadtführerin Petra Schebsdat Gössling. Für das Rathaus im Stil der Niederländischen Renaissance haben sich die Bocholter sogar verschuldet. Aber nicht nur am Rathaus erinnert an die Niederlande auch das gut ausgebaute Fahrradnetz lässt die Nähe zur niederländischen Grenze erkennen. Für Touristen lässt sich die Stadt so wunderbar auf zwei Rädern erkunden und wer nicht aufpasst landet dann auch schnell mal in den echten Niederlanden. Mitten durch Suderwick, einem Ortsteil von Bocholt verläuft sie nämlich, die deutsch-niederländische Grenze.

Autorin: Angelika Gördes-Giesen
Redaktion: Marion Grob