NRW - Tipp: Bislich

Fähre Keer Tröch II

NRW - Tipp: Bislich

Als Naherholungsort ist Bislich am Niederrhein seit Langem beliebt. Von Wesel aus machten die Familien schon vor 50 Jahren ihren Sonntagsspaziergang über den Rheindeich dorthin. Bislich hat aber noch mehr zu bieten!

Der kleine Ort mit rund 2.000 Einwohnern, der sich nur ungern von Wesel hat eingemeinden lassen, ist längst über die Region hinaus beliebt. So mancher Tourist mietet sich am Weseler Bahnhof ein Rad, um damit ins zehn Kilometer entfernte Bislich zu gelangen. Die Mitglieder des Bislicher Heimatvereins ackern unermüdlich und ehrenamtlich dafür, ihr Deichdorf zu einer touristischen Attraktion zu machen.

Attraktion Storchenroute

Storch in seinem Nest

Zum Beispiel mit der sogenannten Storchenroute, die hier beginnt. Das ist ein 14 Kilometer langer Rundweg für Wanderer oder Fahrradfahrer, auf dem man aber nicht nur Storchenester beobachten kann. "Sie können hier die schöne Landschaft sehen, mit Kopfweiden, mit den Stillgewässern, alten Rheinarmen. Im Herbst ist es genauso schön, weil sich dann die Bäume verfärben.", sagt Hans Glader vom Verein "Störche NRW". "Hier hat man einen ganz besonderen Ausblick, einmal zu dem Storchennest, wo jetzt gerade drei Junge drin sind, oder auf die andere Seite, wo man den Xantener Dom sieht. Und dieses Blickerlebnis gibt es so auf dieser Welt nicht nochmal." Über den gut ausgebauten Radweg auf dem Deich radelt es sich wunderbar: Rechter Hand geht es an ein paar winzigen, weißen Fischerhäuschen vorbei, alter Baubestand aus den Jahren um 1800 bis 1850. Wie überall an der Route laden Bänke zum Ausruhen ein.

Ein Muss: die Rheinfähre des Heimatvereins

Das Kreuz für den letzten Bislicher Hochwassertoten im Deichmuseum

Bevor man wieder im Dorf landet, zeigt Ehrenamtler Wilhelm Kock noch den Stolz des Heimatvereins, die von ihm betriebene, weiße Rheinfähre "Keer Tröch II": "Auf dieser Fähre können 75 Personen mit dem Fahrrad transportiert werden, das sind jährlich rund 56.000 Personen!" Über den kleinen Dorfplatz mit seinen Häusern aus dem neunzehnten Jahrhundert vorbei empfiehlt sich noch ein Abstecher im Deichmuseum. Es zeigt, wie abhängig auch Bislich vom Deich ist, und auch wie Deichbau überhaupt funktioniert. Wer wissen möchte, wie es in den Bislicher Häusern im 19. Jahrhundert aussah, findet im Museum Küche, Waschküche und Wohnstube aufgebaut.

Autorin: Eva Karnofsky
Redaktion: Marion Grob

Stand: 04.08.2018, 10:05