Reisetagebuch: Kanada

Reisetagebuch: Kanada

Unterwegs auf der PanAmericana: Eine Radtour von Alaska über Kanada bis nach Kalifornien.

Stefan Lauscher unterwegs in Alaska

Kanada empfängt uns mit frischem, kräftigem Grün an allen Bäumen - Frühling. Wir machen unsere ersten 1000 Kilometer perfekt. Die 1. PanAmericana Etappe ist geschafft. Ruhetag in Dawson City: Waschen, einkaufen, Mails beantworten. Auch mal schön.

Kanada empfängt uns mit frischem, kräftigem Grün an allen Bäumen - Frühling. Wir machen unsere ersten 1000 Kilometer perfekt. Die 1. PanAmericana Etappe ist geschafft. Ruhetag in Dawson City: Waschen, einkaufen, Mails beantworten. Auch mal schön.

Wir sind wieder auf dem Rad und fahren auf dem South Klondike Highway Richtung Süden. Unser heutiges Ziel, Carcross, ist ein ziemliches Kaff: Laut Infotafel "die kleinste Wüste der Welt" mit einer echten Dünenlandschaft umgeben von sattgrünen Wäldern und Bergen.

"No services next 105 km". Wir sind weiter Richtung Süden unterwegs, weiter gegen kräftigen Wind, weiter gegen die Kälte und weiter bergauf und dann auch immer wieder runter. Entschädigt werden wir dafür mit traumhaften Blicken und Panoramen.

Wir starten morgens um kurz nach acht bei 3 Grad immerhin. Es regnet. Es geht weiter rauf bis zur Passhöhe. Und der Wind hat auch noch nicht nachgelassen. Die schneebedeckten Berge verstecken sich hinter dicken, tief hängenden Wolken. An unserem Tagesziel in Skagway ankommen, sind wir nass und durchgefroren bis auf die Knochen.

Mit der Alaska-Fähre durch die traumhafte Inside-Passage. Aber leider bei Dauerregen. Die Inside-Passage ist eine von tausenden großen und kleinen Inseln geschützte Meeresstraße vor der Pazifikküste Süd-Alaskas. Ein großartiges Naturerlebnis!

Die Pazifikküste Kanadas ist als Regenregion berüchtigt. Rund 4000 mm Niederschlag fallen hier jährlich. Die Fahrt durch die Inside-Passage bleibt beeindruckend: Vor allem in den "Wrangell Narrows" muss sich das Schiff durch enge Wasserstraßen mit gefährlichen Sandbänken schlängeln.

"Beatiful British Columbia": Der Yellowhead-Highway lässt sich prima fahren: Immer im Tal des Skeena-Rivers ohne wirklich fordernde Anstiege. Fast überall mit ausreichend breiten Seitenstreifen, die die Trucks auf Abstand halten. Und streckenweise sogar mit Rückenwind. Am frühen Nachmittag machen wir unseren 2000. Rad-Kilometer.

Und wenn man vom Highway mal in die Seitenwege abbiegt, vermittelt sich auch, warum der Regenwald "Regenwald" heißt: komplett bemooste Steine und Baumstämme, sumpfiger Untergrund, eine dichte Pflanzenwelt, bei der es kaum ein Durchkommen gibt.

2500 Kilometer war kein einziger Bär zu sehen, aber hier wimmelt es offenbar an Bären. Schon kurz nach dem Zelteinpacken ein Schwarzbär auf der anderen Straßenseite. Als er sich auf die Hinterbeine stellt, um Witterung aufzunehmen, machen wir uns lieber mal davon.

Rocky Mountains, da sind wir! Heute eine lange Tour. Am Nachmittag dann eine zügige Fahrt, dank Rückenwind, nach Jasper: Mount Robson (mit über 3900 Metern der höchste Berg der kanadischen Rocky Mountains), der wunderbar gelegene Moose Lake, der Yellowhead-Pass.

Wir sind definitiv im Hochgebirge. Eiskalte Zelt-Übernachtung. Frühstück bei 6 Grad. Hohe Berge ringsum. Kalter Wind. Wasserfälle. Bären, Dichhornschafe. Und als wir den ersten Pass in Angriff nehmen, empfängt uns bei 1700 Höhenmetern auch noch leichtes Schneegrieseln.

Ein wundervoller Tag am Icefields Parkway! Spektakuläre Bergpanoramen. Steil aufragende Felswände. Peyto Lake und Bow Lake mit türkis scheinendem Wasser. Wieder rauf auf diesmal über 2100 Meter. Eine herrliche Fahrt durch den vielleicht schönsten Teil der kanadischen Rocky Mountains. Kurz nach dem Start unser 3000. Tourkilometer.

Stand: 02.07.2018, 16:10 Uhr