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Mit dem Dreimaster in die Antarktis

Mit dem Dreimaster in die Antarktis

Normalerweise ist Jan Akkermann als Autor und Kameramann für den WDR unterwegs, in diesem Jahr reiste er für zwei Monate in südlichere Gefilde und erfüllte sich einen Traum. Mit einer uralten Bark und 40 weiteren Neugierigen segelte er durch eine der stürmischsten Passagen der Erde.

Zu sehen sind Mast und Rahen des Schiffes. Die Segel sind gerefft.

An Bord der Bark Europa müssen auch die Gäste mit anpacken. Wer sich traut, kann auch auf den Rahen beim Reffen der Segel helfen. Allerdings schwankt es dort oben, fast immer, gewaltig.

An Bord der Bark Europa müssen auch die Gäste mit anpacken. Wer sich traut, kann auch auf den Rahen beim Reffen der Segel helfen. Allerdings schwankt es dort oben, fast immer, gewaltig.

Das Ruder des über 100 Jahre alten Dreimasters muss rund um die Uhr besetzt sein. Gesteuert wird das Schiff die meiste Zeit von den Gästen an Bord mithilfe von Kompass und Satellitentechnik.

Der schwere Sturm und die schlimmsten Wellen sind gerade überstanden. Die Bark Europa bei ausnahmsweise ruhiger See auf dem Weg vom Kap Hoorn in die Antarktis in der Drake-Passage. 

Ab jetzt müssen die Wachen an Bord besonders aufpassen. Nach drei Tagen stürmischer Überfahrt durch die Drake-Passage kommen die ersten Eisberge in Sicht. Einige sind 10 Stockwerke hoch.

Anlegen kann die Bark Europa im antarktischen Festland nicht. Per Schlauchboot geht es im Zickzack und sehr vorsichtig durch die scharfkantigen Eisschollen.

Ohne Scheu und voller Neugier erwarten die ersten Eselspinguine die Crew auf der antarktischen Halbinsel. An Land sind die Vögel eher behäbig unterwegs, im Wasser sind sie die schnellste Pinguinart überhaupt. Sie schwimmen mit bis zu 27 km/h.

Auch die Königspinguine lassen sich von den Besuchern nicht groß irritieren. Bei teilweise stolzen +2 Grad kann man es, gut eingepackt, sogar eine Weile zwischen den Vögeln aushalten.

Ihnen sollte man lieber nicht zu nahe kommen. Die Seeelefanten-Weibchen sehen zwar freundlich aus, können aber sehr ungemütlich werden, wenn man ihnen zu sehr auf die Pelle rückt. Und für ihre bis zu 900 kg sind sie erstaunlich schnell.

Bei den Seelöwen wächst gerade die nächste Generation heran. Diese Jungen werden nur noch gelegentlich von ihren Eltern versorgt. Immer öfter müssen sie dementsprechend selbst die Jagd nach Fischen lernen.

Es gibt kein besseres Training als die Antarktis! Für WDR-Autor und Reise-Fan Jan Akkermann gehören die zwei Monate auf der Bark "Europa" zu den spannendsten Trips seines Lebens. Ein Segelschiff steuern kann er immer noch nicht, aber er ist jetzt halbwegs seefest und kälteresistent.

Stand: 17.12.2019, 12:05 Uhr