Die wichtigsten Meilensteine der vergangenen drei Jahren

Das Bild zeigt einen Fußscanner von der Firma Onefid.

Die wichtigsten Meilensteine der vergangenen drei Jahren

Von Katja Scherer

Hoffnungsvoller Start, heftige Rückschläge, große Erfolge.

Mai 2017: Das Start-up Die Schuhleister will durch digitale Prozesse die Produktion von Maßschuhen erschwinglicher machen. Dazu werden die Füße der Kunden eingescannt, die Fußdaten zu Schuhdaten umgerechnet und dann für die Schuhproduktion verwendet. Das Start-up arbeitet derzeit daran, diesen Prozess technisch zu optimieren.

September 2017: Der technische Prozess ist nun ausgereift. Das Unternehmen kann also nun Füße scannen und mit den Daten maßangepasste Schuhe fertigen lassen. Gleichzeitig merken die Gründer: Diesen komplexen Prozess komplett selbst umzusetzen, ist als kleines Unternehmen kaum zu stemmen.

Dezember 2017: Das Start-up hat sein Geschäftsmodell nun ausgearbeitet. Der Plan ist, künftig noch enger mit Schuhherstellern und -händlern zu kooperieren. Diese sollen das Scannen und Produktion der Schuhe übernehmen. Onefid selbst, will sich voll auf den technologischen Part, also die Umwandlung der Fuß- in Schuhdaten konzentrieren. Die Gründer müssen nun also Hersteller und Händler überzeugen, die Scan-Technologie in ihre herkömmlichen Prozesse einzubinden.

März 2018: Die Schuhleister GmbH steckt mitten in den Verhandlungen mit potentiellen Partnern aus der Schuhindustrie. Kurzzeitig wird das Unternehmen dabei durch ein externes Ereignis zurückgeworfen. Weil erwartete Zahlungen von einem wichtigen Geschäftspartner ausbleiben, muss das Start-up Insolvenz anmelden. Marks gründet neu, übernimmt dabei viele Vermögenswerte aus der ersten Firma und verfolgt sein Ziel mit der neuen OneFid GmbH weiter.

Oktober 2018: Bei der neuen OneFid GmbH ist wieder Alltag eingekehrt. Das Unternehmen übernimmt den insolventen Wettbewerber Mifitto aus Duisburg. Dadurch gewinnt das Start-up auf einen Schlag viel Know-how und Zugang zu neuen Technologien. Gleichzeitig ist es für das Start-up aber auch ein Kraftakt, die Teile von Mifitto ins eigene Unternehmen zu integrieren.

Frühjahr 2019: Durch die Übernahme von Mifitto kann Onefid seinen Geschäftspartnern nun ganz unterschiedliche Wege der Fußvermessung anbieten: Die Vermessung funktioniert per 3D-Scanner im Laden, per App und über ein Online-Tool, das Händler und Hersteller in ihre Online-Shops integrieren können. Dadurch hat das Start-up nun in der Branche ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Dezember 2019: Das Start-up hat inzwischen eine Reihe namhafter Partner gefunden, darunter Karstadt Sports und einen namhaften Skischuhhersteller. Von der Idee, ausschließlich individuelle Maßschuhe herzustellen, ist das Start-up dabei abgerückt. Ziel ist es nun, passgenauere Schuhe zu ermöglichen. Das heißt: Es wird zwar noch im industriellen Maßstab gefertigt. Durch die Fußdaten, die das Start-up sammelt, können Schuhe aber dennoch besser auf die Kundenfüße abgestimmt werden.

Mai 2019: Die Corona-Krise birgt für das Start-up Chancen und Risiken. Medienberichten zufolge könnten wegen der Corona-Krise bis zu zwei Drittel der Karstadt Sports-Filialen schließen. Für Onefid wäre das ein starker Einschnitt. Gleichzeitig könnte die Krise aber dafür sorgen, dass Schuhhändler und -hersteller künftig die Digitalisierung vorantreiben und dabei auch die Technologie von Onefid nutzen.

Stand: 02.06.2020, 16:44