Das sagen Unternehmen zu Dienst-Fahrrädern

Geschäftsmann auf dem Fahrrad

Das sagen Unternehmen zu Dienst-Fahrrädern

Von Marco Müller

Verkehrsminister Andreas Scheuer hat heute einen steuerlichen Klimabonus vorgeschlagen. Radfahrer könnten profitieren.

Laut dem Vorschlag von Verkehrsminister Andreas Scheuer soll, wer beim Reisen auf Klimaschutz achtet oder ein klimafreundliches Fortbewegungsmittel wie Fahrrad oder E-Bike kauft, steuerliche Vorteile erhalten. 20 Prozent des Kaufpreises eines E-Bikes soll demnach jeder Steuerpflichtige von der Einkommensteuer abziehen können – maximal 1000 Euro.

Auf Anfrage des WDR sagt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ADFC, dass eine Steuerentlastung beim Kauf von Fahrrädern und E-Bikes grundsätzlich in die richtige Richtung gehe. Aber dem ADFC geht das nicht weit genug. Er fordert, dass beispielsweise die Mehrwertsteuer für Fahrräder von 19 auf sieben Prozent gesenkt werden soll. „Zudem sollte bei der Pendlerpauschale eine höhere Entlastung gelten für Fahrradfahrende, ÖPNV-Nutzer und Menschen, die zu Fuß zur Arbeit gehen, als beim Auto“, erklärt ADFC-Verkehrsexpertin Stephanie Krone.

Saubere Lieferketten - Klimaneutrale Industrie - Erntehelfer 07.05.2021

WDR 5 Profit 07.05.2021 21:41 Min. Verfügbar bis 07.05.2022 WDR 5


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Dienstrad bei Unternehmen

Ein Kaufpreis von 3000 Euro für ein E-Bike schreckt viele Menschen ab, selbst wenn man nachher einen Teil steuerlich geltend machen kann. Viele Angestellte haben aber das Glück, bei ihrem Arbeitgeber ein Dienstrad zu bekommen. Dabei kommt es aber sehr auf den jeweiligen Arbeitgeber an. Der WDR hat verschiedene DAX-Konzerne angefragt. Während die Deutsche Post auf Anfrage keinen Ansprechpartner zu dem Thema anbieten konnte und Siemens erklärte, bisher keine Diensträder anzubieten, spricht die Deutsche Telekom von einem vollen Erfolg.

Nach eigenen Angaben bietet die Deutsche Telekom seit sechs Jahren Fahrräder für die Mitarbeiter an. Diese können aus mehreren Hundert Rädern auswählen. Sie zahlen dann keinen einmaligen Kaufpreis, sondern es wird ein monatlicher Betrag, der etwa zwischen 30 und 80 Euro liegt, vom Gehalt abgezogen. Seit drei Jahren gibt es auch die Möglichkeit, ein Zweitrad – beispielsweise für den Partner – zu ordern. In der monatlichen Rate ist eine Versicherung gegen Diebstahl enthalten – zudem zwei Inspektionen innerhalb von drei Jahren. Wo möglich, stellt die Telekom ihren Angestellten auch Duschen und Umkleiden.

Autokonzerne und Diensträder?

Die Autokonzerne leben auch von der großen Nachfrage nach Dienstwagen. Bieten sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aber auch Diensträder an? Daimler und die Marke VW tun das nicht. BMW sagte auf WDR-Anfrage, dass sie dies seit Ende 2018 tun. Mittlerweile würden 10.500 ein „Lease-Rad“, wie es dort heißt, nutzen. Jeder Angestellte kann es bekommen, sofern er länger als sechs Monate im Unternehmen ist und sofern der Arbeitsvertrag noch mindestens 36 Monate geht. So lange läuft der nämlich der Leasingvertrag.

Fast 40.000 Mitarbeiter sind bei BMW im Norden Münchens beschäftigt. Viele sind Pendler. Mittlerweile nutzen über zehn Prozent der Angestellten im Winter und fast 20 Prozent im Sommer das Rad. „Und somit haben wir hier eine Entlastung der Verkehrssituation, einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und mit dem BMW Lease-Rad auch einen Beitrag zur Mitarbeiterzufriedenheit und zur Mitarbeitergesundheit.“, sagt Dr. Ulrich Stautner vom BMW Immobilienmanagement.  

 

Stand: 07.05.2021, 15:39