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Von der Vollbeschäftigung zum Fachkräftemangel

Von der Vollbeschäftigung zum Fachkräftemangel

Die flaue Konjunktur in Deutschland hinterlässt erste Spuren. Als größte Wachstumsbremse gilt der Fachkräftemangel, der sich in den nächsten Jahren auf Grund der Digitalisierung und der Demographie noch verschärfen wird. Wie stabil ist unser Wohlstand?

Auf den ersten Blick steht die deutsche Wirtschaft glänzend da. Noch nie hatten so viele Menschen seit der Wiedervereinigung einen Job. Aber auf den zweiten Blick zeigt sich: Die flaue Konjunktur hinterlässt erste Spuren. Sorge bereitet vor allem die exportabhängige deutsche Industrie. Sie leidet schon seit längerem unter den Handelskonflikten und der instabilen Weltlage – die sich jetzt nach dem amerikanischen Militärschlag gegen den Iran weiter verschlechtern könnte. Unter Druck sind vor allem die Autoindustrie und die Unternehmen, die diese beliefern. Viele machen sich deshalb Sorgen um ihren Arbeitsplatz. Als größte Wachstumsbremse gilt jedoch der Fachkräftemangel. Die Bundesagentur für Arbeit sagt voraus, dass es künftig keinen Zuwachs bei der erwerbstätigen Bevölkerung mehr geben werde. Der Arbeitsmarkt ist ausgereizt.

So der Stand heute. Doch die Situation verschärft sich in den nächsten Jahren durch die zwei großen "D‘s": Die Digitalisierung wird traditionelle Arbeitsplätze kosten, umgekehrt werden dem Arbeitsmarkt aufgrund der Demographie immer weniger Menschen zur Verfügung stehen. In den nächsten zehn Jahren geht die Zahl der Erwerbstätigen von jetzt rund 45 auf 41 Millionen zurück. Besorgniserregende Aussichten, denn schon heute fehlen laut Schätzungen 400.000 Fachkräfte. Angefangen bei der Pflege und im Handwerk bis hin zur Hightech-Branche. Außerdem hat Deutschland international mit gewaltigen Konkurrenten zu kämpfen: China und die USA kämpfen um die Vorherrschaft bei den Megatrends Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Wird die deutsche Wirtschaft mit ihren bisherigen Schlüsselindustrien dabei mithalten können? Kann sie sich noch einmal neu erfinden? Oder finden die Innovationen des 21. Jahrhunderts künftig ohne uns statt?

Alle Experten sind sich einig: Ohne Zuwanderung ist unser Wohlstand nicht zu halten. Doch toleriert unsere Gesellschaft mehr Migration als bisher? Und wie können wir die Erwerbstätigen fit machen für die Herausforderungen der Zukunft?

Darüber diskutiert WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn mit den Gästen:

  • Nikolaus Blome, freier Journalist und Autor
  • Ulrike Herrmann, taz.die tageszeitung
  • Miriam Meckel, Gründungsverlegerin von ada
  • Stephan-Götz Richter, The Globalist.com

Redaktion: Vera Dreckmann

Von der Vollbeschäftigung zum Fachkräftemangel

WDR 5 Presseclub 05.01.2020 57:01 Min. Verfügbar bis 04.01.2021 WDR 5

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Stand: 03.01.2020, 16:40