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Zerlegt sich die letzte Volkspartei?

Leere Rednerpulte mit CDU-Logo

Zerlegt sich die letzte Volkspartei?

Vom Erfolg früherer Zeiten kann die CDU nur noch träumen. Sie verliert inzwischen nicht nur an die Grünen, sondern auch an die AfD. Wer will die einstmals so erfolgreiche Volkspartei der Mitte in der Post-Merkel-Ära sein?

Nach der Regierungskrise in Thüringen ist der Richtungskampf um die inhaltliche Ausrichtung der CDU offen ausgebrochen. Wer will die einstmals so erfolgreiche Volkspartei der Mitte in der Post-Merkel-Ära sein? Will sie den liberalen Mitte-Kurs ihrer Noch-Kanzlerin fortsetzen, die sich bei ihren innerparteilichen Kritikern den Vorwurf eingehandelt hat, sie habe das Profil der CDU bis zur Unkenntlichkeit entstellt? Oder sollte sie sich besser auf ihren konservativen Markenkern besinnen, um den Aufstieg der AfD und ihren eigenen Abstieg zu stoppen?

Vom Erfolg früherer Zeiten, als die Volkspartei CDU noch 40 Prozent der Erststimmen bei Bundestagswahlen erhielt, kann die Partei nur noch träumen. 2017 waren es nur noch 30 Prozent. Sie verliert inzwischen nicht nur an die Grünen, sondern auch an die AfD. Thüringen hat das strategische Dilemma vor allem im Osten offenbart: Eingeklemmt zwischen Linkspartei und AfD findet die CDU keinen Koalitionspartner mehr, um eine stabile Regierung zu bilden. In Sachsen-Anhalt könnte sich das nächstes Jahr wiederholen. Seither ist der Richtungsstreit in der Partei eskaliert. Vor allem Teile der Ost-CDU liebäugeln mehr oder minder offen mit der AfD, was für die meisten Christdemokraten ein absolutes No-Go ist. Der liberalere Flügel der CDU wäre stattdessen bereit, das Unvereinbarkeitsgebot mit der Linkspartei aufzubrechen, um aus dieser strategischen Zwickmühle rauszukommen. Dieser Richtungsstreit hat Annegret Kramp-Karrenbauer den Parteivorsitz gekostet. Seither ist nichts mehr klar bei der CDU: Wie soll sich die Partei inhaltlich aufstellen, um als Volkspartei zu überleben? Wer soll neuer Parteichef werden, wer Kanzlerkandidat – und gehören diese Ämter tatsächlich in eine Hand? Je nachdem, wer neuer Parteichef wird, kann Angela Merkel dann Kanzlerin bis 2021 bleiben? Was muss die CDU tun, damit ihr ein ähnliches Schicksal wie der zweiten ehemals großen Volkspartei SPD erspart bleibt?

Darüber diskutiert ARD-Programmdirektor Volker Herres mit den Gästen:

  • Christian Bangel, ZEIT ONLINE
  • Jan Fleischhauer, Focus
  • Ulrike Nimz, Süddeutsche Zeitung
  • Eva Quadbeck, Rheinische Post

Redaktion: Vera Dreckmann

Die CDU im Umbruch - Zerlegt sich die letzte Volkspartei?

WDR 5 Presseclub 16.02.2020 56:59 Min. Verfügbar bis 15.02.2021 WDR 5

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Stand: 14.02.2020, 13:49