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Eltern früher impfen

Eine Mutter mit Kleinkind im Einkaufswagen, setzt dem Kind eine Gesichtsmaske auf.

Eltern früher impfen

Eltern sind in der Pandemie besonderen Risiken ausgesetzt. Sie können sich bei ihren Kindern anstecken, wenn die das Virus aus Kita oder Schule mitbringen. Deshalb sollten Eltern beim Impfen bald an die Reihe kommen, kommentiert Lena Sterz.

Eltern sind einem besonderen Risiko ausgesetzt. Denn dass Kinder das Corona-Virus nicht übertragen, das ist spätestens seit der Mutation B117 widerlegt. Und bei aller Vorsicht: In Schule oder Kita kommt es zu vielen Kontakten. Die Kinder werden zwar oft selbst nicht so schwer krank, aber für die Eltern gilt das nicht immer.

Eltern werden alleingelassen

Was Bekannte über drei Wochen Quarantäne mit drei kleinen Kindern berichtet haben, das klang überhaupt nicht lustig. Alle fünf hatten Corona - mit Schmerzen, mit Tränen und mit Angst, zu sterben. Beziehungsweise Angst, dass Mama oder Papa sterben.

Damit sind Eltern dann alleine – ein Glück, scheint die Politik zu denken, dass das letzte Jahr eine Art Trainingslager dafür war -  wer schon die ganze Zeit seinen Job mit Home-Schooling und Home-Kita unter einen Hut gebracht hat, der muss ja auch eine Coronainfektion locker wegstecken können. Denn wie sonst kommt Armin Laschet auf die Idee, man sollte noch im Frühjahr die Impf-Priorisierung aufheben? Damit dann die ganzen Singles, die kein schreiendes Kleinkind am Bein haben, mir und den anderen Eltern die Impftermine wegschnappen?

Die Priorisierung muss Eltern berücksichtigen

Ich finde, dass nach all dem, was Eltern im vergangenen Jahr mitmachen mussten, es im Gegenteil jetzt mal an der Zeit wäre zu sagen: Alle, die minderjährige Kinder betreuen, sollten in eine der nächsten Priorisierungsgruppen kommen. Weil wir letztendlich ja auch pflegende Angehörige sind, und die werden ja schon geimpft – also die pflegenden Angehörigen von über 70-Jährigen. Und auch wenn unsere Angehörigen oft nicht so schlimm krank werden, dafür haben wir als Eltern ein erhöhtes Infektionsrisiko und ein erhöhtes Risiko für Long Covid: Die aktuellen Studien gehen davon aus, dass jede Siebte an Long Covid leidet und junge und mittelalte Menschen besonders häufig Langzeitfolgen davontragen.

Also bevor man sagt: Impfungen für alle, weil man keine Lust hat auf den bürokratischen Aufwand, sollte man lieber sagen: Weisen Sie nach, dass Sie ein Kind unter 18 haben und buchen Sie sich dann bitte schön hier Ihren Impftermin.

Eltern früher impfen

WDR 5 Politikum - Kommentar 15.04.2021 02:01 Min. Verfügbar bis 15.04.2022 WDR 5 Von Lena Sterz


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Redaktion: Morten Kansteiner