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Wie entgehen Sie der Beschleunigung?

Vorbeirasender Zug

Wie entgehen Sie der Beschleunigung?

Erschöpfung, Burnout, Depressionen – das überforderte Subjekt scheint in unseren Zeiten in einer Systemkrise zu stecken. Was ist davon zu halten?

In der Philosophie, in den Kultur- und Sozialwissenschaften wird in den letzten Jahren ein Zusammenhang gezeichnet zwischen unserer derzeitigen Gesellschaftsform und dem Anstieg psychischer Erkrankungen. Stichworte: Beschleunigung, erschöpftes Selbst, Flüchtigkeit, Zerfall von Strukturen. Äußere Anforderungen werden internalisiert, also in eigene Motivationen und Wünsche umgewandelt. Probleme der Überforderung, so scheint es also, setzen steigende Anforderungen voraus, mit denen sich Individuen konfrontiert sehen. Oder die sie sich möglicherweise sogar selbst auferlegen. Hinter Burnout-Problematiken und Depressionen, sagt der Psychiater und Philosoph Thomas Fuchs, steckt meist auch eine Störung der Zeitlichkeit: Die subjektiv erlebte Zeit ist mit dem linearen Zeitprinzip der Gesellschaft nicht mehr vereinbar. Es erfolgt eine Desynchronisierung von Eigenzeit und Weltzeit. Die Frage ist letztlich insofern, wie die Übereinstimmung wieder hergestellt werden kann.

Der Philosoph Thomas Fuchs

Der Philosoph Thomas Fuchs

Thomas Fuchs schlägt "in der krampfhaft optimistischen Kultur der universellen Kommunikation und Konsumtion" eine Haltung der Melancholie vor, im Sinne einer Kultur der Langsamkeit und der Erinnerung.

Sind Depressionen ein Systemproblem im Zeitalter der Beschleunigung? Was hat es auf sich mit der allgemeinen Erschöpfung? Wie stehen Sie zur Frage der Überforderung?

Hörer können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.

Überfordert? - das heutige Subjekt

WDR 5 Das philosophische Radio 15.02.2019 54:44 Min. Verfügbar bis 15.02.2020 WDR 5

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Redaktion: Gundi Große

Stand: 15.02.2019, 20:04