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Wie frei sind Sie?

Jean-Paul Sartre in seinem Arbeitszimmer

Wie frei sind Sie?

Das Unterbewusstsein, die Kindheitsprägungen, die gesellschaftlichen Umstände – Prägungen, durch die wir wurden, wer wir sind. Wie frei können wir unser Leben eigentlich gestalten?

Wird man zu dem gemacht, der man ist – oder hat man diesen Prozess selbst in der Hand? Der Existenzialist Jean-Paul Sartre vertrat die Ansicht, dass man sich selbst gemacht hat. Nicht die Kindheitserfahrungen sind seiner Ansicht nach entscheiden, auch nicht das Unterbewusste oder die Gesellschaft. Vielmehr besitzt jeder Mensch die Freiheit, eben der zu werden, der er sein will. Was auch beinhaltet, dass man jederzeit die Entscheidung treffen kann, ein anderer zu werden, wenn man das denn möchte. Sartre vertrat diese Gedanken vor allem in seiner existentiellen Psychoanalyse – einem schmalen, aber wirkmächtigen Kapitel, das seinem zentralen Werk, das seinem Hauptwerk "Das Sein und das Nichts" skizzenartig fast en passant beigefügt ist. Er betont die Eigenverantwortung für das eigene Dasein – und eben die Freiheit, das Dasein zu gestalten. Eine Freiheit, die sich auch darin ausdrücken kann, dass man "Nein!" sagt, wenn die (politischen) Umstände das erfordern.

Sandra Kuhlmann

Die Philosophin Sandra Kuhlmann

In einer Welt, in der Sinnangebote nicht mehr von "außen" oder von "oben" gegeben sind, in der also kein Sinn per se existiert, geht es darum, dass man selbst seiner Existenz Sinn verleiht – durch Handlung, durch Gestaltung.

Wovon hängt es ab, dass man der wird, der man ist? Wie frei fühlen sie sich in ihrer Lebensgestaltung?

Hörer können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.

Befreiend? - der Existenzialismus

WDR 5 Das philosophische Radio 26.04.2019 55:45 Min. Verfügbar bis 25.04.2020 WDR 5

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Redaktion: Gundi Große

Stand: 26.04.2019, 20:04