Welchen Raum billigen Sie Gefühlen in der Politik zu?

 Berlin: Abgeordnete nehmen an einer namentlichen Abstimmung im Bundestag teil

Welchen Raum billigen Sie Gefühlen in der Politik zu?

Dem politischen Diskurs der Gegenwart wird häufig Irrationalität vorgeworfen, weil er von Emotionalität geprägt sei statt von Fakten. Welche Rolle spielen Gefühle und Stimmungen in der Politik?

Wer sich von Stimmungen oder Gefühlen leiten lässt, so der Vorwurf, der ist für Fakten und rationale Argumente weniger oder sogar nicht mehr zugänglich. Den Gefühlen wird in diesem Zusammenhang also eine destruktive Rolle zugeschrieben. Es wird unterstellt, dass sie zu "alternativen Fakten" fühlen. Diese Kritik, sagt die Philosophin Sabine Döring, beruht auf einem Missverständnis: Dem Glauben, dass sich Gefühle nicht rational beurteilen lassen. Das Gegenteil ist der Fall: Weil Gefühle auf etwas in der Welt gerichtet sind und das dann auch in einer bestimmten Weise bewerten, lässt sich auch über sie diskutieren.

Sabine Döring

Die Philosophin Sabine Döring

Tatsächlich spielen Gefühle in der Politik seit jeher eine Rolle, und in gewisser Weise werden sie sogar erwartet. Im aktuellen Diskurs haben sie auch deshalb zu Unrecht das Image eines "blinden Antreibers", so Sabine Döring. Hinzu kommt: Gefühle können ebenso wie rationale Argumente dazu führen, dass Haltungen sich auch im positiven Sinne ändern.

Welche Rolle spielen Stimmungen im politischen Diskurs? Wie stehen Sie zur Frage der Gefühle in der Politik?

Hörer können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.

Deplaziert? - Gefühle in der Politik

WDR 5 Das philosophische Radio 05.04.2019 55:10 Min. Verfügbar bis 04.04.2020 WDR 5

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Redaktion: Gundi Große

Stand: 05.04.2019, 20:04