Worauf fußt Ihre Moral?

Worauf fußt Ihre Moral?

Emotionen prägen unsere Moral entscheidend mit – und damit auch unsere gesellschaftlichen und politischen Einstellungen. Wie geht moralische Selbstbestimmung auf Basis der Vernunft?

Wort Moral an einer Tafel

Die Moralpsychologie fragt, was in uns passiert, wenn wir moralisch und politisch denken, entscheiden und handeln. Dass die Moral stark auf Gefühlen beruht, belegen hunderte empirische Studien. Hinzu kommt ein biologischer Faktor, im Sinne von "Stammesdenken", weil der Mensch, argumentiert Philipp Hübl, immer noch auch ein Naturwesen, nicht nur Kulturwesen ist. Trotzdem gibt es immer auch die Möglichkeit einer rationalen und autonomen Entscheidung für eine bestimmte Moral, sonst gäbe keinen Fortschritt. "Wir machen von unserer Selbstbestimmung zu selten Gebrauch." Moral ist ein Teil unserer Identität. Politik und Moral, so Philipp Hübel, sind immer schon moralisch, weil sie auf Werten und Normen beruhen. Heute spalten – weltweit - zwei grundlegend verschiedene Moralvorstellungen das brüchige „Miteinander“: Das progressive Prinzip hält die Fahne von Fürsorge, Fairness und Freiheit hoch – dem traditionalistischen Prinzip geht es um eine klare Hierarchie, um Loyalität, um "Reinheit" im Sinne von Eindeutigkeit.

Wie sehr prägen unsere Gefühle die Moral – und damit unser Werten und Handeln? Wie halten Sie es mit der emotionalen Perspektive?

Hörer können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.

Redaktion: Gundi Große

Literaturhinweis:
Philipp Hübl: Die aufgeregte Gesellschaft. Wie Emotionen unsere Moral prägen und die Polarisierung verstärken. C. Bertelsmann Verlag, 2019
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Gefühlvoll? - die Basis der Moral

WDR 5 Das philosophische Radio 21.06.2019 54:18 Min. Verfügbar bis 20.06.2020 WDR 5

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Stand: 21.06.2019, 20:04