Wie stehen Sie zum bedingungslosen Grundeinkommen?

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Wie stehen Sie zum bedingungslosen Grundeinkommen?

Über das bedingungslose Grundeinkommen wird – auch international – seit Jahren diskutiert. Das Konzept ist nicht zuletzt auch philosophisch interessant. Was genau steckt dahinter?

Der Sozialstaat, wie wir ihn kennen, ist im Grunde genommen ein Relikt aus dem Industriezeitalter, argumentiert der Philosoph Philip Kovce, der ein vehementer Vertreter des bedingungslosen Grundeinkommens ist. Das Verhältnis Arbeitgeber/Arbeitnehmer, das in Extremzeiten bis hin zu Lohnsklaverei führen konnte, ändert sich weitgehend und grundlegend. Ununterbrochene, lebenslange Beschäftigungsverhältnisse gibt es heute im Zuge dessen kaum mehr; die Zukunft gehört der selbstbestimmten Arbeit.

Philosoph Philip Kovce

Philosoph Philip Kovce

Das Verhältnis von Arbeit und Freizeit hat sich also grundlegend geändert. Und hinzu kommt, dass wir uns in einer Zeit befinden, in der durch die Digitalisierung sogar in vielen Bereichen das Ende der Arbeit in Sichtweite scheint: Maschinen werden in absehbarer Zeit Tätigkeiten übernehmen, für die heute Menschen unverzichtbar sind. Eine verpflichtende staatliche Transferzahlung wäre wirtschaftlich ein Nullsummenspiel im Vergleich zu derzeitigen Sozialausgaben – und sie hätte diverse Vorteile: Mit dem Grundeinkommen werden die Kosten für die menschlichen Grundbedürfnisse gedeckt. Auf dieser Basis kann jeder für sich entscheiden, ob und wie er weiteres Einkommen erwirtschaftet. Das Grundeinkommen bedeutet also nicht nur mehr Flexibilität, sondern auch ein höheres Maß an Autonomie – und Freiheit.

Freifahrtschein für Faulpelze oder Garant für Freiheit und Selbstbestimmung - wie stehen Sie zum bedingungslosen Grundeinkommen?

Hörer können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.

Bequem? - das bedingungslose Grundeinkommen

WDR 5 Das philosophische Radio 22.11.2019 55:59 Min. Verfügbar bis 21.11.2020 WDR 5

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Redaktion: Gundi Große

Stand: 22.11.2019, 20:04