Wie streiten Sie konstruktiv?

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages sitzen im Plenarsaal zusammen.

Wie streiten Sie konstruktiv?

Demokratie beruht auf Meinungsvielfalt – und damit auf einer Auseinandersetzung verschiedener Positionen. Braucht es Streit, damit eine Demokratie lebendig bleibt?

Konflikte gehören zum Kern der Demokratie – und Strategien der Lösung solcher Konflikte, politische Arbeit also, machen ihr Wesen aus. Durch die Erschütterungen, denen die liberalen westlichen Demokratien derzeit ausgelöst sind, stellt sich allerdings die Frage des politischen Streits ganz aktuell mit neuer Wucht: Angesichts der Hetze im Netz, Fake News und vielschichtiger Diskussionen um "politische Korrektheit" geht es nicht mehr nur um die Frage, wie Konflikte gemanagt und geregelt werden – sondern ganz grundsätzlich darum, wie Konflikte überhaupt geführt werden sollten. Eine Frage ist zum Beispiel die, ob nicht die allgegenwärtige Verpflichtung zum Konsens die politische Auseinandersetzung zu stark bremst; eine weitere allerdings, ob die Meinungsfreiheit Grenzen haben sollte, wenn sie den Kern der Demokratie unterminiert; eine dritte dann, welche Regeln es für den Umgang mit dem politischen Gegner geben sollte.

Marie-Luisa Frick

Die Philosophin Marie-Luisa Frick

Es geht letztlich also um eine Ethik der politischen Gegnerschaft; ein entscheidender Aspekt dabei ist die Unterscheidung von Feindschaft und Gegnerschaft.

Wie wichtig ist der Streit für die Demokratie? Welche Rolle spielt der Konsens, welche der Dissens? Wie lässt sich zivilisiert demokratisch streiten?

Hörer können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.

Demokratiestärkend? - Streiten

WDR 5 Das philosophische Radio | 17.11.2017 | 55:59 Min.

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Redaktion: Gundi Große

Literaturhinweis:
Marie-Luisa Frick: "Zivilisiert streiten. Zur Ethik der politischen Gegnerschaft".
Reclam Verlag, Ditzingen 2017.

Stand: 17.11.2017, 20:05