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Wie bewerten Sie Ihre Arbeit?

Wie bewerten Sie Ihre Arbeit?

Die Arbeitszeit nimmt große Teile des Lebens ein. Viele Menschen verdienen ihr Geld in Arbeitsverhältnissen, die sie als entfremdet wahrnehmen. Was ist gute Arbeit?

Junger Mann mit Notebook im Liegestuhl

Gute Arbeit gibt es nicht, so eine These der Philosophin Marianne Gronemeyer – zumindest nicht im Rahmen bezahlter Erwerbsverhältnisse, sondern höchsten im privat-persönlichen Bereich: "Ich fürchte, dass wir uns in eine Lage gebracht haben, in der gute Arbeit auf die rote Liste der aussterbenden Arten geraten ist." Das wirft natürlich die Frage auf, was gute Arbeit meint. "Gute Arbeit ist die, die nicht schadet, sondern nützt", sagt Marianne Gronemeyer. Die schädlichen Nebenwirkungen unserer modernen Arbeitsverhältnisse, so argumentiert sie, sind so gravierend, dass man von guter Arbeit nicht mehr sprechen kann. Deshalb: "Es gibt sie gewiss noch, die wirklich gute Arbeit – aber nicht für Geld." Das zeige sich auch daran, wie wir unsere Freiheit verbringen: Der Feierabend als Zeit dumpfen Abschlaffens, der Fortsetzung der Arbeit mit anderen Mitteln oder des Konsums zur Kompensation. Das Gegenkonzept, das Marianne Gronemeyer vorschlägt, ist: Eigenarbeit.

Die Autorin Marianne Gronemeyer

Die Autorin Marianne Gronemeyer

Arbeit, die Kraft verleiht, bei der man etwas lernt, die einen Erfahrungen sammeln und seine Fähigkeiten erweitern lässt – weil man Erfreuliches, Erleichterndes, Stärkendes hervorbringt. Das umzusetzen, ist in unserer Gesellschaft extrem schwierig, sagt Marianne Gronemeyer; deshalb setzt sie auf eine Balance zwischen Erwerbsarbeit und Eigenarbeit.

Gute Arbeit, gibt es das? Was macht diese Einschätzung aus? Wie bewerten Sie Ihre Arbeit?

Hörer können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.

Gegenkonzept? - die Eigenarbeit

WDR 5 Das philosophische Radio 16.11.2018 55:57 Min. Verfügbar bis 16.11.2019 WDR 5

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Redaktion: Gundi Große

Stand: 16.11.2018, 20:04