Lässt sich Gott widerlegen?

Adam zeigt Gott die rote Karte

Lässt sich Gott widerlegen?

Kann man nachweisen, dass Gott existiert? Die Geschichte der Gottesbeweise reicht zurück bis in die Antike. Wie steht es um die Gotteswiderlegungen? Der Philosoph Guido Kreis und Moderator Jürgen Wiebicke diskutierten darüber in Bonn.

Sicher ist: Selbst wenn man alle Gottesbeweise widerlegt hätte, hätte man damit noch nicht die Existenz Gottes widerlegt. Schließlich könnte Gott auch dann existieren, wenn es keinen Beweis dafür gibt. Um Gott zu widerlegen, müsste man also eine Beweisführung anlegen, die zu dem Schluss kommt: "Ein göttliches Wesen existiert nicht."

In der klassischen deutschen Philosophie gab es eine atheistische Strategie Gott mit Hilfe von Ideologiekritik zu widerlegen, etwas von Feuerbach und Marx. Sie gingen davon aus, dass der Mensch Gott erfunden hat, um sich selbst zu helfen. Dies ist streng genommen allerdings keine Gotteswiderlegung. Der bekannteste Versuch, Gott zu widerlegen, den Leibniz "Theodizee" genannt hat, reicht zurück bis in die Antike, als Epikur diesen Gedanken erstmals nachweisbar formulierte: wie kann ein allmächtiger, allwissender Gott das Übel in der Welt zulassen?

Aufzeichnung einer Veranstaltung vom 25.11.2016 aus dem Café im Kunstmuseum Bonn.

Redaktion: Gundi Große

Stand: 24.01.2020, 15:41