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Wie urteilen Sie über Reiche?

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Wie urteilen Sie über Reiche?

Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander. Wie ist es moralisch zu bewerten, wenn viele arm und nur wenige dafür um so reicher sind?

Reichtum gilt als gut und begehrenswert, aber wir können auch zu reich sein, und dann ist Reichtum ein moralisches Problem, so die These des Dortmunder Philosophen Chris Neuhäuser. Dann zum Beispiel, wenn der Reichtum Einzelner den Wohlstand aller gefährdet: “Wenn Reichtum zu einer Anhäufung sozialer Macht führt, wenn er die Demokratie unterwandert, wenn er die gleiche Würde aller Menschen in Frage stellt.“

Christian Neuhäuser

Der Philosoph Christian Neuhäuser

Ob Reichtum moralisch problematisch ist, so der Kern der Argumentation, ist eine Angelegenheit der Gerechtigkeit. Die Frage dabei ist, wie man “zu viel Reichtum“ bemisst – und wo die Grenze liegt zwischen angemessen wohlhabend und “zu reich“. Eine Frage, die sich in einzelnen Gesellschaft, aber auch mit globalem Blick stellt.

Reichtum hat eine absolute und eine relative Dimension, ebenso wie Armut: Man kann sich reich fühlen, obwohl man gar nicht reich ist – und umgekehrt. Entscheidend, so der Philosoph ist die Möglichkeit eines Lebens ins Selbstachtung: Moralisch in Ordnung ist demnach ein gewisser Reichtum dann, wenn der immense Wohlstand der einen es nicht verhindert, dass die anderen eben in Selbstachtung leben können.

Was genau bedeutet Reichtum? Wie viel Reichtum ist Ihrer Ansicht nach moralisch in Ordnung? Sollte zu großer Reichtum verboten werden?

Ausstrahlung einer öffentlichen Veranstaltung
vom 29. November 2018 aus dem Café
Hier und Jetzt in Münster

Literaturhinweis:
Christian Neuhäuser: Reichtum als moralisches Problem. Suhrkamp Verlag, 2018.

Unmoralisch? - Reichtum

WDR 5 Das philosophische Radio 19.07.2019 54:03 Min. Verfügbar bis 18.07.2020 WDR 5

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Redaktion: Gundi Große

Stand: 19.07.2019, 20:04