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Was halten Sie von den Reichen?

Was halten Sie von den Reichen?

Die Schere zwischen Arm und Reich klafft auseinander, und die "Superreichen", die sich scheinbar alles erlauben können, sind Gegenstand heftiger Kritik. Was steckt dahinter, welche Funktion hat diese Kritik?

Zuschauer in Pelzmänteln beim 25. Cartier Polo World Cup on Snow am 01.02.2009 in St. Moritz in der Schweiz

Die Darstellung der Reichen, so der Philosoph Björn Vedder, ist unter anderem auch ein Versucht, unsere Erfahrungen mit der Ökonomie, die Ängste und Hoffnungen, die wir mit ihr verbinden, in Geschichten und Bilder zu übersetzen, nicht zuletzt auch, um die komplizierten ökonomischen Prozesse verstehen und bewerten zu können. Dieser Blick ist so alt wie der Kapitalismus, und schon Georg Wilhelm Friedrich Hegel hat im 18. Jahrhundert den Begriff des "reichen Pöbels" begründet. Damit wollte Hegel diejenigen beschreiben, deren Reichtum es ihnen erlaubt, sich aus dem “Band der Not“ herauszulösen, die die meisten Mitglieder einer bürgerlichen Gesellschaft verbindet. Die Hegelschen Überlegungen, so Björn Vedder, tragen durchaus bis heute – die Kritik an den (Super-)Reichen birgt in der Gegenwart allerdings auch ein Paradox: Wenn man den Blick von der regionalen Mikro- auf die globale Makroebene hebt, zeige sich, dass weite Teile der Bevölkerung der westlichen Industrienationen sich dem Rest der Welt gegenüber genauso verhalte, wie sie es dem reichen Pöbel ihrer eigenen Gesellschaft vorwerfen.

Porträt von Björn Vedder

Dr. Björn Vedder, Kulturphilosoph

Inwiefern ist Reichtum ein moralisches Problem? "Reicher Pöbel", wen betrifft das? Wie stehen Sie zur Frage des Reichtums?

Hörer können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.

Redaktion: Gundi Große

Berechtigt? - Kritik an den Reichen

WDR 5 Das philosophische Radio 18.01.2019 53:30 Min. Verfügbar bis 18.01.2020 WDR 5

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Literaturhinweis:
Björn Vedder: "Reicher Pöbel. Über die Monster des Kapitalismus".
Büchner Verlag, 2018
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Stand: 18.01.2019, 20:04