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Wie ordnen Sie digitale Medienereignisse ein?

Laptops und Kabel

Wie ordnen Sie digitale Medienereignisse ein?

Durch die Digitalisierung hat sich die Medienlandschaft grundlegend verändert, und das hat immense Konsequenzen für jeden. Wie kann man in kluger Unaufgeregtheit damit umgehen?

Die Gesellschaft hat sich zu einer Empörungsdemokratie gewandelt, so die These des Medienwissenschaftlers Bernhard Pörksen. Kleinste Begebenheiten können in diesem Kontext zu größten Skandalen werden – wobei noch nicht einmal sicher sein muss, dass sich das Ereignis, über das empört debattiert wird, tatsächlich stattgefunden hat. Hintergrund: Durch die digitale und elektronische Vernetzung ist das eingetreten, was der visionäre Medienwissenschaftler Marshall McLuhan schon in den 1960er Jahren prophezeite: Die vernetzte Welt funktioniert wie ein globales Nervensystem; wir sind permanent damit konfrontiert, was Menschen "irgendwo" auf der Welt bewegt, verstört, ängstigt, beschäftigt. Dabei treffen verschiedenste Lebensentwürfe, Wertvorstellungen und alle möglichen Facetten des allzu Menschlichen aufeinander. Eine ständige Irriation entsteht. Die Folge: Eine Art chronische Dauergereiztheit – deren Ventil die Empörung ist. Ein "Raus" aus dieser Dynamik der digitalen Medien ist nicht denkbar, man muss die Situation annehmen und sich damit auseinandersetzen.

Bernhard Pörksen

Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen

Als Gegenmittel entwirft Bernhard Pörksen die Idee "der konkreten Utopie der redaktionellen Gesellschaft": Eine Gesellschaft, in der Grundkompetenzen des Journalismus zum Allgemeingut geworden sind, so dass Jedermann die Glaubwürdigkeit und Relevanz von Informationen selbst einschätzen kann.

Wie umgehen mit den Herausforderungen der neuen Medien? Wie prägen die digitalen Medien das Zusammenleben? Wie bewahren Sie einen kühlen Kopf in Zeiten der großen medialen Gereiztheit?

Hörer können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.

Utopisch? - die redaktionelle Gesellschaft

WDR 5 Das philosophische Radio | 09.03.2018 | 55:50 Min.

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Redaktion: Gundi Große

Literaturhinweis:
Bernhard Pöksen: "Die große Gereiztheit. Wege aus der kollektiven Gereiztheit."
Hanser Verlag, 2018.

Stand: 09.03.2018, 20:05