Wie verteidigen Sie die Autonomie?

Rotmilan (Milvus milvus) im Flug

Wie verteidigen Sie die Autonomie?

Autonomie gilt in unserer Gesellschaft als Selbstverständlichkeit. Doch wie selbstbestimmt leben wir tatsächlich?

In den modernen, westlichen Demokratien gehen wir davon aus, dass es eine Grundbedingung des Lebens ist, frei selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Ein Leben, bei dem das nicht der Fall wäre, würden wir niemals für ein gelungenes Leben halten, sagt die Philosophin Beate Rössler. Zugleich ist es so, dass die Selbstbestimmung immer wieder an Grenzen stößt: Man steckt zum Beispiel immer mitten drin in seinem Leben, und nicht alle Entscheidungen, die dahin führten, wo man ist, wurden autonom und selbstbestimmt getroffen, viele hingen von äußeren Faktoren ab. "Die Möglichkeit, das Gelingen ebenso wie die Unmöglichkeit, das Misslingen von Selbstbestimmung gehört zu unseren alltäglichen Erfahrungen", so Beate Rössler. Hinzu kommt: Auch die persönliche Autonomie hat immer ebenfalls eine politisch-gesellschaftliche Seite – oft mit Einschränkungen. Trotzdem halten wir den Gedanken der Selbstbestimmung hoch, als Idee und als Leitlinie. Ein Gedanke übrigens, der in der Philosophie seit der Aufklärung eine zentrale, aber auch umstrittene Rolle spielt: Die einen untersuchen das Leben dahingehend, dass sie die Bedingungen von Autonomie erforschen; die anderen formulieren fundamentale Zweifel daran, ob Selbstbestimmung überhaupt möglich ist.

Die Philosophin Beate Rössler

Die Philosophin Beate Rössler

Was auch die Frage aufwirft, wie "ideal" man Autonomie definiert: Geht es um absolute Selbstbestimmung – oder gibt es da auch Facetten?

Wie ist der Zusammenhang zwischen Selbstbestimmung und einem gelungen Leben? Wie viel Autonomie ist möglich?

Hörer können mitdiskutieren unter 0800 5678 555 oder per Mail unter philo@wdr.de.

Begrenzt? - Autonomie

WDR 5 Das philosophische Radio | 14.07.2017 | 52:51 Min.

Download

Redaktion: Gundi Große

Stand: 14.07.2017, 20:05