Wie passen Islam und Humanismus zusammen?

Bild eines aufgeschlagenen Korans in arabischer Schrift mit reichlich Verzierungen im Text.

Wie passen Islam und Humanismus zusammen?

Der Islam ist eine vielfältige - und uneinheitliche Religion. Umstritten bei Muslimen ist insbesondere die Frage der Koran-Auslegung. Wie vereinbar ist der Islam mit den Werten von Aufklärung und Humanismus? Darüber diskutiert Moderator Jürgen Wiebicke mit Mouhanad Khorchide am Freitag (24.11.2017) ab 20 Uhr in Bonn.

Ein wesentlicher Aspekt, der den radikalen und den liberalen Islam unterscheidet, ist die Frage, wie man den Koran lesen sollte: Unmittelbar, als direktes Wort Gottes - oder als historischen Text, der der Auslegung bedarf, um den Zeiten gerecht zu werden, in denen man sich befindet?

Mouhanad Khorchide plädiert für eine zeitgemäße Auslegung, ähnlich wie es ja auch bei der Bibel der Fall ist; er sieht ein hohes Potential für Lesarten des Textes, etwa das Frauenbild betreffend oder das Verhältnis zur Gewalt. Auch beim Blick auf den Religionsstifter Mohammed, den man eben nicht nur als machtbewussten Kriegsherrn sehen kann, wie es oft der Fall ist, entdeckt der islamische Theologe durchaus Interpretationsspielraum.

Lässt man die Option der Interpretierbarkeit des Islam zu, ergibt sich in vielen Bereichen ein Potential mit großen Schnittmengen zur Aufklärung und zum Humanismus: Beim Gottesbild, beim Verhältnis zu den Nicht-Muslimen, beim Verhältnis Religion/Politik, bei der Rechtsprechung.

Islam und Humanismus, wie passt das zusammen? Wie gut ist der Islam mit den Werten der Aufklärung vereinbar?

Der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide und Moderator Jürgen Wiebicke laden ein zu einem Austausch über die islamische Aufklärung.

Redaktion: Gundi Große

Stand: 25.10.2017, 13:39