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Kintsugi: Die Schönheit des Zerbrochenen

Kintsugi: Die Schönheit des Zerbrochenen

Zerbrochenes neu zusammensetzen und dabei Altes und Fehlerhaftes bewahren – das ist der Gedanke hinter Kintsugi, einer alten japanischen Reparaturmethode für Keramik. Die Brüche werden dabei mit Gold hervorgehoben.

Drei Keramikschalen, die mit einer Kintsugi-Restaurierung verschönert wurden.

Aus alt wird neu: Die Keramikscherben wurden wieder zusammengefügt, die goldenen Risse lassen nur noch erahnen, dass die Schalen an diesen Stellen zerbrochen waren.

Aus alt wird neu: Die Keramikscherben wurden wieder zusammengefügt, die goldenen Risse lassen nur noch erahnen, dass die Schalen an diesen Stellen zerbrochen waren.

Eine alte japanische Teeschale (Chawan) aus roter Raku-Keramik mit Kintsugi-Restaurierung steht in der Sammlung des Hetjens Museum in Düsseldorf.

Eine Schale mit eingeritztem Dekor aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde im Laufe der Zeit mit Kintsugi repariert. Darin offenbart sich eine besondere Wertschätzung für die Schale.

In ihrer Kintsugi-Werkstatt schafft Eva Lenz-Collier neue Kunstwerke aus alten, zerbrochenen Objekten.

Jede Lackschicht muss einzeln abgeschliffen werden. Dazu nutzt Lenz-Collier Magnolienholzkohle oder einen Glasradierer. 

Vor dem Goldauftrag braucht es noch eine Grundierung aus Urushi-Lack. Lenz-Collier malt dafür mit einem sehr feinen Pinsel vorsichtig die Bruchstellen nach.

Verschiedene Pulver werden je nach Arbeitsschritt zum Urushi-Lack gemischt. Der feine Staub aus Gold- oder Silberplättchen wird als letztes aufgetragen.

Vorsichtig stäubt Lenz-Collier das Gold auf. Das Ergebnis: Wo ehemals Bruchstellen waren, sind nun feine goldene Linien zu sehen

Yoshiro Shimizu, Geschäftsführer der Tenri Japanisch-Deutschen Kulturwerkstatt, beobachtet, dass Kintsugi immer mehr zum Trend wird.

Ein japanisches Magazin, in dem die Kintsugi-Technik für Hobby-Künstler beschrieben steht: Eine Anleitung mit Fotos erklärt Schritt für Schritt in japanischer Schrift, wie man Kintsugi selbst ausprobieren kann.

Stand: 04.12.2020, 16:11 Uhr