Für Vielfalt in Film, Fernsehen und Theater

Porträt von Murali Perumal

Für Vielfalt in Film, Fernsehen und Theater

Keine Rollen als Rosenverkäufer, Guru oder Yogalehrer: Der deutsch-indische Schauspieler Murali Perumal fordert in der Redezeit mehr gesellschaftliche Normalität bei der Besetzung von Schauspielern mit Migrationshintergrund.

"Ich hätte heulen können vor Freude!" - So beschreibt Murali Perumal seine Reaktion, als er kürzlich davon erfuhr, dass seine Kollegin Florence Kasumba, die in Unganda geboren worden ist, demnächst an der Seite von Maria Furtwängler im Hannoveraner "Tatort" ermitteln wird. Eine schwarze "Tatort"-Kommissarin: Sie repräsentiert ein Stück weit eine Normalität, die zwar im gesellschaftlichen Alltag, nicht aber im deutschen Film und Fernsehen und auch noch nicht im Theater Realität ist. Schauspielerinnen und Schauspieler, deren familiäre Wurzeln in anderen Kulturen liegen, werden immer noch häufig nach Klischee-Vorstellungen besetzt. Das zu ändern ist ein Anliegen des deutsch-indischen Schauspielers Murali Perumal.

"Auch mal der Peter sein" – mit einem offenen Brief in der Wochenzeitung "Freitag" begann Murali Perumals Engagement für mehr Diversität auf Bühnen, im Kino und im Fernsehen im Januar 2010. Seitdem war er bei unzähligen Veranstaltungen und Diskussionen zu dem Thema zu Gast. "Vorurteile abbauen – und Vorbilder zeigen," darum gehe es ihm, sagt der 40-Jährige. Und gerade in politisch bewegten Zeiten und heftigen Diskussionen über Einwanderung und das plurale Zusammenleben hält Perumal dieses Thema weiterhin für sehr wichtig, auch wenn sich im Theater wie in der Film- und Fernsehindustrie mittlerweile Einiges zum Besseren entwickelt hat.

Murali Perumal wuchs in Bonn-Bad Godesberg in einfachen Verhältnissen auf, ohne in seiner Kindheit und Jugend Rassismus erlebt zu haben, wie er betont. Seine Eltern sind längst nach Indien zurückgekehrt. Perumal selbst fühlt sich als Inder und als Deutscher – vor allem aber als Rheinländer. Er sei nun mal ein "Bonner Jung", sagt er von sich selbst: "Wenn jemand rheinisch spricht, dann geht mir das Herz auf." Murali Perumal wurde am renommierten Max-Reinhardt-Seminar ausgebildet, er war vier Jahre lang Ensemblemitglied am Schauspiel Köln. Heute lebt Perumal in München und arbeitet vor allem als Film- und Fernsehschauspieler.

Redaktion: Claudia Dammann

Für Vielfalt in Film, Fernsehen und Theater - Murali Perumal

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 31.07.2018 | 24:03 Min.

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