Antistar der deutschen Schwulenbewegung

Rosa von Praunheim

Antistar der deutschen Schwulenbewegung

Geboren 1942 in einem Gefängnis in Riga als Holger Radtke erfuhr der Filmemacher Rosa von Praunheim erst mit knapp 60 Jahren, dass seine Eltern ihn adoptiert hatten. Am Samstag (25.11.2017) feierte er seinen 75. Geburtstag.

Rosa von Praunheim

Während sein Adoptivvater für die Nazis schwärmte, begeisterte sich Rosa von Praunheim als Teenager für Marlene Dietrich. Auf dem Gymnasium bleibt er dreimal sitzen, geht vor der mittleren Reife ab und besucht zwei Kunstschulen, auch die verlässt er ohne Abschluss. Seine Filme sind ästhetisch nicht unbedingt schön, aber immer ein Politikum. Berüchtigt ist Rosa von Praunheim für seine rigorosen künstlerischen Selbstinszenierungen. Wo er auftrat, war der Skandal nicht fern. In seinen Werken kämpft er ohne Tabus für die gesellschaftliche Akzeptanz der Homosexualität und gilt als Wegbereiter der deutschen Schwulenbewegung. Vergangenen Samstag ist Rosa von Praunheim 75 Jahre alt geworden. Er nutzt die Gelegenheit gleich für mehrere neue Projekte: sein neuer Film "Überleben in Neukölln" ist gerade gestartet, sein Buch "Wie wird man reich und berühmt?" ist ein Leitfaden zum Glücklichsein.

Filmtipp:
Überleben in Neukölln. Dokumentarfilm Deutschland 2017. Regie: Rosa von Praunheim, Markus Tiarks. Juwelia, José Promis, Kandis Williams, Rixdorfer Perlen, Wilfriede Richter. Kinostart 23.11.2017

Literaturtipp:
Rosa von Praunheim: Wie wird man reich und berühmt?
Wie dreht man Filme, schreibt Gedichte, malt man Sterne und Schwänze? Martin Schmitz Verlag 2017, Preis: 16,80 Euro

Redaktion: Jessica Eisermann

Antistar der deutschen Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 27.11.2017 | 27:31 Min.

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