Psch, Pöff, Troms ... Roboter im Orchester

Psch, Pöff, Troms ... Roboter im Orchester

Im Logos Robot Orchestra spielen Musikmaschinen mit kuriosen, teils sprechenden Namen wie Psch, Pöff, Troms... Der Sound dazu? Unerhört neu und virtuos, mit Klängen, von denen menschliche Spieler nur träumen können.

In goldgelbes Licht getaucht: Der Belfried, das Wahrzeichen der Stadt Gent. Eingerahmt wird er von den prächtig verzierten Giebeln zweier Patrizierhäuser.

Im altehrwürdigen Gent beginnt 1968 die Geschichte des Logos Robot Orchestras. Der gebürtige Genter Godfried-Willem Raes baut mit 16 Jahren am königlichen Konservatorium seinen ersten Roboter: Einen automatischen Dirigenten und fliegt deshalb im hohen Bogen raus.

Im altehrwürdigen Gent beginnt 1968 die Geschichte des Logos Robot Orchestras. Der gebürtige Genter Godfried-Willem Raes baut mit 16 Jahren am königlichen Konservatorium seinen ersten Roboter: Einen automatischen Dirigenten und fliegt deshalb im hohen Bogen raus.

Nicht weit vom Genter Yachthafen, befinden sich die Werkstatt und der Konzertsaal der Logos Foundation. Den Saal in Form eines Tetraeders hat Godfried-Willem Raes selbst entworfen. Es gibt dort – ähnlich wie in den Pyramiden – keinen einzigen rechten Winkel. Das sorgt für die perfekte Akustik.

Im Orchester spielen auch klassische Instrumente mit; das Fagott zum Beispiel. Gehalten und gespielt wird es aber nicht von Menschen, sondern von künstlichen Fingern aus Metall. Deren Bewegung wird über Elektromagneten gesteuert.

Godfried-Willem Raes setzt bei der Klangerzeugung auf Transparenz. Deshalb lässt er seine Roboter nackt. "Nicht wie in einer Blackbox, mysteriös. Hier sind alle Schaltungen offen gemacht. Das sieht alt aus, obschon es ist hypermoderne Technologie. Die neuesten Mikroprozessoren finden da Anwendung."

Hinter dem verrückten Orchester sitzt die Technikerin Lara van Wynsberghe. Sie fährt bei Konzerten das Programm vom Rechner aus ab. Bei Interaktionen mit menschlichen Mitpielern steuert sie die Roboter auch manuell an.

Ein Orchester, das wie von Geisterhand musiziert, ist magisch, aber auch verwirrend. Die Augen haben Mühe, den Ohren hinterher zu kommen. Und weil das so ist, leuchtet jedes Instrument, das gerade dran ist, farbig auf. Tinti z.B, das an das Anklung erinnert, ein Bambus-Xylophon aus Indonesien.

Gleich neben dem Konzertsaal liegt die Werkstatt. Hier entwirft und schraubt Godfried-Willem Raes die Hardware seiner Musikapparate zusammen. Und er entwickelt sie auch weiter. Springers etwa, eine von Elektromagneten betätigte, riesige Stahlfeder mit Resonatoren.

Das Roboterorchester aus Gent geht auch auf Reisen. Schräge Musikmaschinen wie Klung und Bello sind deshalb direkt auf mobile Karren montiert.

Neben vielen nostalgischen Musikmaschinen, die aus einer längst vergessenen Zeit zu stammen scheinen, gibt es im Roboterorchester auch Instrumente, die an Science Fiction Helden aus dem Kino erinnern. An den Droiden R2D2 aus "Star Wars" oder seinen netten Kollegen, den humanoiden Roboter C-3PO.

Stand: 12.03.2020, 15:48 Uhr