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Ursula Meissner – Kriegsfotografin

Ursula Meissner

Ursula Meissner – Kriegsfotografin

Sehr mehr als 30 Jahren arbeitet Ursula Meissner als Kriegs- und Krisenfotografin. Afghanistan. Sierra Leone. Somalia. Libanon: als freie Fotojournalistin war sie in fast allen Kriegs- und Krisengebieten der Erde.

"Wenn man noch nie Angst im Krieg hatte, weiß man nicht, was Krieg ist", sagt Ursula Meissner, und dass sie jetzt eigentlich im Libanon wäre. Zurzeit liegt dieses Fotoprojekt wegen Corona auf Eis. Die 58-Jährige ist eine der wenigen Kriegsfotografinnen. Nach wie vor ist diese Arbeit eine Männerdomäne. Ursula Meissner sagt, sie habe gelernt, sich im Laufe der Jahre durchzusetzen. Manchmal habe sie es leichter als Frau, manchmal schwerer, aber im Grunde sei es zunächst egal ob ein Mann oder eine Frau fotografiere.

Sie weiß, dass ihr Job gefährlich ist. Zum ersten Mal Angst um ihr Leben hatte Ursula Meissner 1986 in Afghanistan. Damals noch als Fernsehassistentin beim ZDF. Bei den Dreharbeiten verlor sie beinahe ihr Leben, als die russische Armee ein nahegelegenes Dorf bombardierte. "Nie wieder", schwor sie sich damals. Aber wenn man in leblose Augen blicke und Kinder sehe, die nicht mehr weinen könnten, Flüchtlinge sehe, die bei Eiseskälte barfuß durch die Berge liefen, sei das die Motivation zu zeigen, was der Krieg für die Menschen, vor allem auch für Frauen und Kinder bedeute. Seither ist sie als Fotografin nicht nur immer wieder nach Afghanistan gereist, sondern auch in andere Kriegsgebiete der Erde. Ihre erste große Fotoreportage machte sie 1992 über das belagerte Sarajevo im Jugoslawienkrieg. Ihr Bild des Cellisten inmitten von Trümmern ging um die Welt.

Redaktion: Regina Tanne

Kriegsfotografin – Ursula Meissner

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 25.11.2020 24:26 Min. Verfügbar bis 25.11.2021 WDR 5


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