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Weibliche Lebensmitte – ein Privileg?

 Frau mittleren Alters sitzt auf einer Bank

Weibliche Lebensmitte – ein Privileg?

Menopause, Klimakterium, Wechseljahre: Für das weibliche Älterwerden gibt es viele Namen. Den meist negativen Zuschreibungen setzt Ulrike Draesner, Professorin für Literatur, in der Redezeit eine "Mutmachperspektive" entgegen.

Als Schriftstellerin ist Ulrike Draesner in vielen Genres zu Hause, hat mit großem Erfolg Romane verfasst, Erzählungen, Gedichte, Essays. Ihr neues Buch über das Älterwerden ist ihr persönlichstes, ein Mémoir, wie sie selbst es bezeichnet.

Porträt Ulrike Draesner

Professorin für deutsche Literatur: Ulrike Draesner

Auf der Grundlage eigener Alltagserfahrungen, Erinnerungen an die Frauen der Familie und umfangreichen kulturhistorischen Recherchen setzt sie sich mit dem Stigma des weiblichen Älterwerdens auseinander und hält dagegen: Altern zu dürfen, sei ein "Privileg", sagt sie. Allerdings komme es entscheidend darauf an, den Prozess des Älterwerdens aktiv und bewusst zu gestalten.

Die körperlichen Veränderungen, die Erfahrung, als Frau im sozialen Umfeld auf einmal "unsichtbar" und unattraktiv zu werden, aber auch das Wissen, dass statistisch noch mehrere Jahrzehnte Lebenszeit zur Verfügung stehen.

All das fließt bei Ulrike Draesner mit ein in den Begriff der "Wechselzeit", mit dem sie die Lebensmitte der weiblichen Biografie definiert. Ihr Buch versteht sie vor allem als Aufforderung – zur Enttabuisierung des Themas und zu einem selbstbewussten Umgang mit diesem Lebensabschnitt, der mehr Chancen als Schrecken bietet.

Buchtipp: Ulrike Draesner: Eine Frau wird älter. Ein Aufbruch. Penguin Verlag, 2018

Redaktion: Gundi Große und Julia Lührs

Weibliche Lebensmitte: ein Privileg? - Ulrike Draesner

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 20.05.2019 25:36 Min. WDR 5

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