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Vom "Overtourism" zum "Undertourism"?

24.04.2020, Spanien, Barcelona: Eine Frau mit Mundschutzmaske gegen das Coronavirus rollt an geschlossenen Restaurants im «Port Vell» vorbei. Die Straßen der sonst von Touristen überflutete Stadt sind im Zuge der Corona-Pandemie leer geworden.

Vom "Overtourism" zum "Undertourism"?

Wegen der Corona-Pandemie blieben bislang viele Urlaubsorte leer. Ob und wie die ungewollte Atempause den Tourismus verändert, bespricht Tourismusforscher Jürgen Schmude in der Redezeit mit Jürgen Wiebicke.

Tourismusforscher Professor Jürgen Schmude

Tourismusforscher Prof. Jürgen Schmude

Städte wie Venedig, Barcelona oder Dubrovnik oder auch Regionen wie Mallorca ächzten in den vergangenen Jahren unter einem immer stärkeren Strom von Touristen – dem sogenannten Overtourism. Manche Orte sind so stark von Besucher*innen frequentiert, dass Einheimische darunter leiden oder wie etwa in Venedig fast gar nicht mehr dort leben können. Wegen Reisewarnungen und geschlossener Grenzen kehrte sich die Situation in vielen beliebten Urlaubsorten ins Gegenteil: Menschenleere Strände und Innenstädte, geschlossene Unterkünfte, Restaurants und Cafés stellen die Gastgebenden vor das gegenteilige Problem: Durch das Ausbleiben der Gäste brechen wichtige Einnahmequellen weg.

Tourismusforscher Jürgen Schmude untersucht an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) touristisches Verhalten in Bezug auf Nachhaltigkeit, Sicherheit und sogenannte "Hazards", also unvorhergesehene Ereignissen, die den Tourismus beeinflussen können wie Finanzkrisen, Terroranschläge und Naturkatastrophen. Die aktuelle Pandemie hat den Tourismus quasi zum Erliegen gebracht. Wie kann Tourismus in Zukunft aussehen, von dem Menschen leben können, der die Orte aber nicht überfordert?

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Vom "Overtourism" zum "Undertourism"? – Jürgen Schmude

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 02.06.2020 21:08 Min. Verfügbar bis 02.06.2021 WDR 5

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