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Gefährliches Gefühl – Teresa Koloma Beck

Dunkel gekleidete Menschen auf einer Treppe

Gefährliches Gefühl – Teresa Koloma Beck

Was hat der Kriegsalltag der Menschen in Afrika oder Afghanistan mit dem Verhalten deutscher Großstädter gemeinsam? Mehr als wir vielleicht denken, meint die Soziologin Teresa Koloma Beck in der Redezeit mit Elif Senel.

Knapp drei Jahre nach dem Ende des Krieges ist Teresa Koloma Beck 2005 nach Angola gereist. Sie wollte herausfinden, wie die Menschen während der Kämpfe ihren Alltag organisiert haben. Die Konfliktforscherin lernt: "Die Menschen schauen, wie sie die Dinge, die sie vorher schon gemacht haben, nun unter den neuen Bedingungen tun können." Aber man organisiere seinen Alltag eben so, dass die Wahrscheinlichkeit möglichst gering sei, Opfer von Gewalt zu werden.

Die Ergebnisse lassen sich nach Ansicht von Teresa Koloma Beck zum Teil auf die aktuelle Situation in Europa übertragen. Denn hierzulande habe sich mit den Terroranschlägen auch das Sicherheitsgefühl und damit das Verhalten im Alltag verändert. Die Menschen fahren zum Beispiel lieber mit dem Bus als mit der U-Bahn. "Oder gehen Menschen aus dem Weg, die für sie aussehen, als ob sie potenzielle Gewalttäter wären", sagt Teresa Koloma Beck. Welche Folgen das für unsere Gesellschaft hat – darüber spricht sie in der Redezeit.

Porträt Teresa Koloma Beck

Teresa Koloma Beck lehrt am Hamburger Institut für Sozialforschung

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Gefährliches Gefühl – Teresa Koloma Beck

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 29.11.2019 22:41 Min. Verfügbar bis 28.11.2020 WDR 5

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